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Der 1. Februar 2020 ist ein Tag, an den sich die pallottinische Familie und Menschen in Kapstadt, Südafrika, immer erinnern werden. Es war ein Tag, an dem sich viele Menschen verschiedener Glaubensrichtungen, Rassen und Berufe im Konvent St. Vincent Pallotti versammelten, um von ihrer lieben Sr. Annemarie Niehsen, einer deutschen Missionarin, Abschied zu nehmen, die nach 52 Jahren Leben und Dienst in Südafrika in ihre Heimat zurückkehrte. Sie kamen, um ihre Dankbarkeit, Freundschaft und Wertschätzung für ihren unermüdlichen Dienst im Krankenhaus als Schwester für alle, für ihre Treue zum Herrn und ihre Liebe zu unserem Gründer, dem heiligen Vinzenz Pallotti, durch das Leben ihrer Ordensgelübde, ihren Dienst und ihren Einsatz zur Gestaltung einer besseren Welt und Zukunft zum Ausdruck zu bringen.

Erzbischof Stephen Brislin, Weihbischof Sylvester David, Pallottiner und Diözesanpriester feierten mit der versammelten Gemeinde eine Danksagungsmesse für die Anliegen von Schwester Annemarie. In seiner Einführung dankte Erzbischof Stephanus Sr. Annemarie und erinnerte an einige Geschichten aus seinen Begegnungen mit ihr und den Menschen. Er sagte: Sie hatte eine große Liebe und Mitgefühl für alle Menschen, besonders für die Menschen im Krankenhaus, für die sie tätig war.  Sie war sanft, lächelte freundlich, war immer verfügbar, immer bereit zu helfen. In seiner Predigt erinnerte Bischof Sylvester David an den Tagesheiligen Benedikt Daswa, den ersten südafrikanischen katholischen Heiligen und Märtyrer, und sagte, dass das Leben von Ordensleuten und Missionaren/Missionarinnen oft das Leben des Martyriums ist. Solche Momente des Lebens in Südafrika erlebte auch unsere Schwester Annemarie. Abschließend sagte er „es gibt einige schöne Blumen, die abends blühen, und Sie sind eine davon...“

Das Leben von Sr. Annemarie war ein kontinuierliches Erobern und Entdecken dessen, was  wertvoll, was gut, schön, wahr und ewig ist. Vollkommen erkannte sie die menschlichen und spirituellen Bedürfnisse der Menschen und hatte die Gabe, allen zuzuhören. Sie hat ein wunderbares Talent der Kommunikation mit anderen, zu jeder Zeit und an jedem Ort - in der Kirche, im Geschäft, auf der Straße - aber das Krankenhaus war der Ort, an dem sie die meiste Zeit verbrachte und sich mit ganzem Herzen einsetzte.

Mit ihrer Liebe zu Gott, ihrer Liebe zu den Menschen, mit ihrem missionarischen Geist, ihrer Freude und Einfachheit veränderte sie das Leben vieler - zu einem schönen Weg, mit dem Licht der Hoffnung und mit Segen für sie. Hier, in Südafrika, hat sie eine lange Geschichte geschaffen, die nie vergessen sein wird ...

"Ich weiß", sagte Sr. Izabela Świerad, die Generaloberin der Missionspallottinerinnen vor allen Anwesenden, "dass Sr. Annemarie niemals von dieser Mission, von diesem Land, von dessen Natur, von ihren Schwestern und Brüdern getrennt sein wird. Sie wird ihr Afrika mit sich tragen, wohin auch immer sie gehen wird. Sie wird die Sonne, das Wasser, die Wärme, den Wind und den Sand, die Schönheit der Proteas, das Lächeln der Kinder und die Tränen der Menschen, besonders derer, die gelitten haben, mitnehmen.  Ich weiß, dass sie nicht nur die vermissen wird, die sie geliebt hat, sondern auch sich selbst als die Person, die sie zu dieser Zeit und an diesem Ort war, denn sie wird nie wieder so sein. Die Erfahrung dieser Jahre und die Erinnerungen, die sie gemacht hat, werden für immer in ihrem Herzen bleiben.

Vielen Dank, Sr. Annemarie. Mögen Sie, nachdem Sie so gelebt haben, eines Tages die Worte Jesu hören: "Gut gemacht, gute und treue Dienerin! Komm und teile die Freude deines Herrn!" (Mt 25,23)

Wir wollen unseren guten und gnädigen Gott loben und ihm danken für den Segen, den Sr. Annemarie in all diesen Jahren erhalten hat. Wir danken für das Geschenk des Lebens und der Berufung der vielen pallottinischen Schwestern, Brüder und Priester, die in Südafrika gearbeitet haben.

Die Missionspallottinerinnen begannen ihre Mission in Südafrika im Jahr 1923, als der Pallottiner-Bischof und Apostolische Vikar von Südafrika, Franz Hennemann, unsere Schwestern einlud, in sein Missionsgebiet nach Oudtshoorn zu kommen. Sr. Annemarie, eine junge Krankenschwester, wurde 1968, kurz nach ihrer Profess auf Lebenszeit im Alter von 30 Jahren zum Missionsdienst nach Südafrika geschickt.  Von Anfang an war sie im Krankenhaus von Pinelands in Kapstadt tätig, das zunächst St. Joseph's Sanatorium hieß und später in das St. Vincent Pallotti Hospital umgewandelt wurde. Dort leistete Sr. Annemarie Dienst bis zum letzten Tag ihres Aufenthalts in Südafrika. 

Heute gibt es zwei kleine Gemeinschaften der Pallottinerinnen in Südafrika: Schwestern aus Südafrika, Deutschland, Indien und Tansania, die den Wunsch haben, die Sendung Christi, die vom Leben und dem Dienst unserer Schwestern dort geprägt ist, fortzusetzen. 108 deutsche Pallottinerinnen und eine Südafrikanerin starben auf südafrikanischem Boden.  Unsere Schwestern leben heute mit Dankbarkeit im Herzen für die Vergangenheit und in der Hoffnung, dass sich bald weitere Schwestern aus anderen Provinzen anschließen werden, um diese Mission zu stärken.

cg/pms

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)