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"Wenn wir an Jesus Christus glauben und uns darum bemühen…Ihn nachzuahmen…gibt Er uns die Gnade, dass alle Verderbtheit in uns zerstört wird…dann kommt Jesus in unser Leben und lebt in uns weiter.“ [OOCC,III,S.37]

Gottes Ruf an jeden von uns ist etwas sehr Besonderes. Wenn wir darüber nachdenken, wie wunderbar Gott handelt, sehen wir sein großartiges Wirken. Wenn ich über diese sechs Worte nachsinne: – Ich will gehen wohin Gott ruft – spüre ich, dass es genau das ist, was mit mir geschehen ist. Nachdem ich seit 14 Monaten hier - in Südafrika - bin, möchte ich etwas mitteilen über meinen Prozess, wie ich  wachsen durfte – in  Freude, Hoffnung, Mut und Selbstvertrauen.

Wenn man von einem anderen Land kommt, fragt man sich, wie wird es sein? Eine neue Kultur… Tradition… andere Leute?  Es gab auch gemischte Gefühle… Angst… neue Herausforderungen? Ich dachte an das Wort: “Hab keine Angst, ich gehe immer vor dir her”.

Es war nicht so schwierig, die Schwestern in meiner Kommunität kennen zu lernen, eine gesunde Atmosphäre mit zu gestalten und mich völlig in den Dienst der anderen zu stellen. Sie haben mich als ihnen zugehörig angenommen, als  internationale Gemeinschaft, die dankbar war, dass ich gekommen bin. Ihre Unterstützung gab mir Zuversicht und Vertrauen, für mich einzustehen, nicht aufzugeben, jedoch vieles loszulassen.

Der Prozess, die Dokumente für die Arbeitserlaubnis als Krankenschwester zu bekommen, dauert mindestens zwei Jahre. Anfangs war ich traurig und dachte, warum so lang? Aber Gott hat seine eigenen Pläne und ich versuche, positiv zu denken. Ich bete um Geduld und Toleranz und will mich   nicht unterkriegen lassen.

Es ist schön, dass die alten Schwestern mit den jüngeren in der Gemeinschaft zusammen leben. Ihre Einfachheit, Demut, ihre harte Arbeit, Großzügigkeit und selbstloser Dienst an den Leuten sind großartig. Manche sind sehr alt und können nicht mehr gehen, aber trotzdem versuchen sie wirklich, zu geben. Ihr kleiner Beitrag in der Gemeinschaft gibt uns ein großes Beispiel und erinnert uns daran, dass jede sich einbringen kann. Im Moment kümmere ich mich um eine Schwester, die seit drei Monaten im Sterben liegt. Sie kann sich nicht mehr äußern. Aber für mich ist es eine Freude, sie zu pflegen, denn sie hat in ihrem Leben so viel Gutes getan in Kapstadt.

Manche Schwestern sind sehr humorvoll. Und ihre Freundlichkeit, ihre Art zu beten, ihr Erzählen, all das inspiriert mich. Meine Zeit mit ihnen zu verbringen ist wirklich ein Segen für mich und ich kann mir vorstellen, wie ich in meinem Alter sein muss: geduldig…. freundlich…mitfühlend. Das macht mir Angst!

Jeden Tag lerne ich etwas mehr, anzunehmen, offen, einfach und demütig zu sein.  …So werde ich bereit sein für meinen Dienst an den anderen. Ich bete zum Herrn: „das Leben ist ein täglicher Lernprozess, bis zu unserem Tod“. Er ist es, der uns Kraft, Gnade und vor allem die Gabe des Annehmens gibt.

Vor vielen Jahren hatten wir Schwestern hier unser eigenes  Vincent Pallotti Hospital, aber die Zahl der Schwestern ging langsam zurück. Während der Zeit der Apartheid gab es viel Diskrimination zwischen Schwarzen, Weißen und Farbigen. Obwohl die Schwarzen ausgeschlossen werden sollten, wurden viele im Krankenhaus aufgenommen. Die meisten von ihnen konnten nicht bezahlen. Sie waren arm und das Krankenhaus war finanziell nicht gut gestellt. Am Ende waren die Schulden sehr hoch, die Schwestern konnten es nicht mehr halten, es war kein Geld da, nur Schulden. Es war nicht leicht für die Schwestern, ihr eigenes Krankenhaus zu verkaufen aber es gab damals keinen anderen Weg. Jedoch der Name blieb - Vincent Pallotti Hospital – und sogar auf den Straßenschildern steht es noch geschrieben! Manchmal, wenn ich dieses Gebäude anschaue, sage ich mir, die Schwestern taten ihr Bestes, den Ärmsten der Armen zu helfen.

Als ich begann, das Rehabilitations- und Dialysezentrum des  Krankenhauses zu besuchen, merkte ich, dass es für die Leute etwas Besonderes ist. Es sind noch Pallottinerinnen auf den Fluren zu sehen, die sich anstrengen, die Kranken und Leidenden zu besuchen. Mein Selbstvertrauen wurde gestärkt. Es wurde eine wunderbare Erfahrung und die Leute akzeptierten mich sehr liebevoll. Auch die Angehörigen der Kranken warteten dann auf mich. Es gibt hier nicht nur Katholiken,  Zugehörige anderer Religionen werden ebenso aufgenommen. Viele bitten mich, mit ihnen zu beten. Den Katholiken bringe ich jeden Tag die Kommunion, was sie sehr glücklich macht.

Auch wenn viele ihre Religion nicht praktiziert hatten, so hilft doch ihr Glaube, ihr Vertrauen in den Herrn, dass sie ihn täglich in ihrem Leben empfangen.

Ich finde, dass die Leute sehr freundlich und sehr offen sind und ich fühle mich wohl bei ihnen. Die Gegenwart der Schwestern wird sehr geschätzt, besonders, wenn Nöte da sind. Es ist mir bewusst, dass ich hierher gerufen wurde, dies ist mein Apostolat, wie es bei Vinzenz Pallotti war. Die Leute schätzen uns, lassen uns teilnehmen an ihrer Freude, ihrem Glück, ihrer Einsamkeit. Wir geben ihnen einfach ein Wort der HOFFNUNG, der ERMUTIGUNG, der ZUVERSICHT, des SELBSTVERTRAUENS. Und ein LÄCHELN.

Und diese Gelegenheiten sind auch für mich wirklich ein Segen! Ich lebe meine Zeit hier sehr bewusst, mit einem Herzen voller Dankbarkeit. Ich danke meinen Schwestern für ihre Ermutigung und Unterstützung und dass sie mich spüren lassen, dass ich eine von ihnen bin. Verlieren wir nicht die HOFFNUNG, den GLAUBEN und das VERTRAUEN in den HERRN! VERTRAUT EUCH GANZ IHM AN!

Ich möchte mit dem Segen schließen, den Pallotti für seine Gemeinschaft gebetet hat, ein Segen, der mir an jedem Tag meines Lebens so viel bedeutet:

“Gott schenke uns einen Segen der Weisheit,

einen Segen des Muts und der Stärke,

einen Segen liebender Freundlichkeit und der Güte!“

Und mit diesen Worten will ich mich auf den Weg machen, da, wohin Gott mich gerufen hat.

Sr. Prescilla Rego sac – Kapstadt – SÜDAFRIKA

23.10.12

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