Besucher Zähler

16864475
Seit 2011
16864475

Am 23. Februar 2016 rief Gott zu sich in die ewige Heimat unsere Mitschwester

Sr. Bernhilde

Anna Maria Roos

Am 13. Juni 1913 wurde Anna Maria Roos ihren Eltern Bernhard Roos und Zäzilia, geb. Schönenberger geschenkt. Sie wuchs zusammen mit sieben Brüdern und vier Schwestern auf. In Bütschwil, wo das Elternhaus noch heute mitten im Dorf zu sehen ist, besuchte Anna die Primar- und Sekundarschule. Für einige Jahre arbeitete sie als Zettlerin in der Wirkerei Brunner in Bütschwil.

Sr. Bernhilde sagte von sich, dass sie den Ruf Gottes als Kind schon vernommen und bewusst wahrgenommen habe. Aber als sie dann nach Schulschluss eine Freundschaft hatte, da hätte sie Gott auf später vertröstet, doch sei dieses „später“ dann doch früher als erwartet gekommen. Anna wurde durch die Pallottinerinnen, die in Gossau auf dem Friedberg stationiert waren, auf die Missionsschule in Niederuzwil angesprochen.

Während ihr Bruder Bernhard zum Priester geweiht worden war und ihre ältere Schwester Ida im deutschen Mutterhaus der Missionspallottinerinnen in Limburg die Ordensausbildung begann, trat Anna 1933 in die Kandidatur bei den Pallottinerinnen in Niederuzwil ein und wechselte ein Jahr später nach Deutschland, wo sie in Limburg an der Lahn die Kandidatur fortsetzte. 1935 kommt Anna für zweieinhalb Jahre nach England zur Erwerbung des Lehrerpatentes für die Missionsländer. Diese Jahre sollten Anna ein gutes religiöses Rüstzeug ins Leben mitgeben und sie gleichzeitig für die berufliche Laufbahn vorbereiten. Viel, viel später bezeichnet sie diese Schule als „stramme Grundlage“.

1938 beginnt die Kandidatin Anna in Limburg die eigentliche Ordensausbildung: das Postulat und Noviziat. Sie bekommt den Ordensnamen Sr. Bernhilde. Diesen Namen erhält sie im Gedenken an ihren Vater Bernhard. 1940 legt sie ihre zeitlichen Gelübde ab, in denen sie sich an Gott bindet in der Gemeinschaft der Missions-Pallottinerinnen. Noch während der Ordensausbildung besucht sie das Kindergärtnerinnenseminar in Limburg. Da Krieg ist, kann an Missionsaussendungen junger Schwestern nicht gedacht werden. Anna, Sr. Bernhilde, muss diese Enttäuschung erst einmal verschmerzen; sie muss mit den Folgen des Krieges fertig werden. Ihre missionarische Laufbahn scheint beendet zu sein und Sr. Bernhilde kommt nach der Profess nach Niederuzwil, wo es all überall genug Aufgaben gibt für eine junge Schwester.

1944 ist es dann eine besondere Freude für die 31-jährige Sr. Bernhilde, dass sie zu den ersten Schwestern gehören darf, die zur Neugründung hierher, nach Bernhardzell, aufbrechen darf. Ganz arm ist der Anfang und er fühlt sich für die einsatzbereiten jungen Schwestern wirklich an wie ein echter Missionseinsatz. 1945 kann Sr. Bernhilde mit der Eröffnung eines Kindergartens im damals kleinen Dorf Bernhardzell etwas ganz Neues bieten und sie tut es mit Schwung und Begeisterung, bis eine neue Sendung sie erreicht. Erfahren mit Neugründungen wird Sr. Bernhilde 1951 nach England gerufen zur Neugründung eines Kinderheimes im Grünen Cheshire. Über dieses Heim notiert Sr Bernhilde später: „Das Heim „Pallotti Hall“ wurde mit viel Liebe, Opfer und Entbehrungen aufgebaut. Es hat viel Segen und Frucht gebracht und ist mir ganz ans Herz gewachsen.“

Diese Aufgabe zehrte auf Dauer sehr an den Kräften und so wünschte Sr. Bernhilde die Rückkehr in die Schweiz. Dort, das war wieder in Bernhardzell, war sie dann einmal mehr zur rechten Zeit am rechten Ort, als etwas Neues eröffnet worden war. Sie übernahm 1973 mit 60 Jahren ein Stockwerk vom neueröffneten Flügel des Altersheim St. Wiborad und waltete nun, - wie sie es selber formuliert hatte-, „als Begleiterin von reifen, fertigen Menschen“.

Sr. Bernhilde war zeitlebens dankbar für das Elternhaus und sagte: „Gott gab uns heiligmässige Eltern, arm an irdischen Gütern, aber reich an Gottvertrauen“. Von diesen Gaben konnte sie wohl ein Leben lang zehren und davon an andere weiter geben. Schon als junge Frau ist sie als das charakterisiert worden, was bis zuletzt an ihr zu erkennen war: zielstrebig und eigenständig ging sie ihren Weg in voller Überzeugung. Gottvertrauen und eine gehörige Portion Mut zeichneten sie aus. Als sie beim Eisernen Professjubiläum gefragt wurde, wie sie schwere Phasen gemeistert hätte, gab sie die kurze Antwort: „Der Herrgott gibt einem Halt!“ Dem Pallottiner Mitbruder, Pater Gregory, der ihr in den letzten Lebenstagen die Krankensalbung gespendet hatte, sagte sie zum Dank: „Sie sind en Schatz!“ Ja, das war Sr. Bernhilde.

Gott, dem sie vertraute und auf den sie ihre Hoffnung setzte, dem sie ihr Leben geweiht hat, er schenke ihr das Leben in Fülle.

Die Beerdigung ist am Montag, 29. Februar 2016 um 10.30 in  Bernhardzell

Anschliessend Eucharistiefeier in der Kirche.

 

Verfasst von Sr. Maria Dörig

 

Sr.Raphaela Fuchs, Delegaturoberin

 

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)