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STAATSSEKRETARIAT (N. 197.477)

Aus dem Vatikan, 13 Januar 2013

Zum Abschluss der Feiern der pallottinischen Familie aus Anlass des 50sten Jahrestages der Heiligsprechung Vinzenz Pallottis, dankt Papst Benedikt XVI. mit Ihnen Gott für alles, was Er Ihrer Gemeinschaft in diesem Jubiläumsjahr geschenkt hat, so, wie Er in steter Treue durch fast zwei Jahrhunderte das Leben der pallottinischen Familie geleitet hat. Für alle, die erneut ihren Blick auf die Person und das Wirken des Gründers richteten und sahen, wie sein Charisma, ein Geschenk des Heiligen Geistes, in der Kirche fruchtbar wirkt, hat das vergangene Jahr neue und tiefere Einsichten geschenkt.

Der hl. Vinzenz Pallotti sah, wie in seiner Zeit der Glaube zu verdunsten drohte; so setzte er sich ein, das er erneut lebendig sei und jeder Gläubige davon Zeugnis gibt: Gott lebt. Seiner Gründung - der Vereinigung des Katholischen Apostolates - hat er gerade dies zum Ziel gegeben: die Glauben wieder zu beleben und alle zu Jesus Christus zu führen. Um dieses Ziel zu verwirklichen förderte der Heilige ganz konkrete Initiativen; setzte sich ein, dass die alten Traditionen der Kirche wertgeschätzt werden; regte an und half, das Glaubenswissen zu verbreiten; die geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit zu vermehren, die ja eine Konsequenz des Gebotes der Nächstenliebe sind, denn nichts ist wirksamer, um dem Glauben neue Impulse zu geben als tätige Liebe, da ja Gott das Wesen Gottes Liebe ist. Nicht unerwähnt soll Pallottis Sorge für würdige Orte für den Gottesdienst; sein Einsatz, dass das Evangelium so erklärt wird, dass alle es verstehen können und für Exerzitien für Männer und Frauen in verschiedenen Lebenslagen; er hatte einen Blick für all das, was, Ort und Zeit angepasst, geeignet war, den Glauben wieder zu beleben

Auch in unserer Zeit kann man Zeichen einer tiefen Krise wahrnehmen, wie es die Worte von Papst Benedikt XVI. ganz klar zum Ausdruck bringen: «Das eigentliche Problem in diesem Augenblick unserer Geschichte ist es, dass Gott aus dem Horizont der Menschen verschwindet und dass mit dem Erlöschen des von Gott kommenden Lichts Orientierungslosigkeit in die Menschheit hereinbricht, deren zerstörerische Wirkungen wir immer mehr zu sehen bekommen» (Brief an die Bischöfe der Katholischen Kirche, 10. März 2009).

Zur gleichen Zeit wie das Jubiläumsjahr der pallottinischen Familie feiert die Kirche auch das Jahr des Glaubens. Der Heilige Vater wünscht, „dass dieses Jahr in jedem Gläubigen das Verlangen wecke, den Glauben vollständig und mit erneuerter Überzeugung, mit Vertrauen und Hoffnung zu bekennen“. Es möge auch „eine günstige Gelegenheit sein, um die Feier des Glaubens in der Liturgie zu verstärken, besonders in der Eucharistie, die der Höhepunkt ist, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft ström, so dass das Zeugnis des Lebens der Gläubigen an Glaubwürdigkeit gewinnt“ (Apostolischer Brief Porta fidei, Nr. 9).

Das ist die große Bedrohung für den Glauben: dass im Leben der Menschen die modernen oder die postmodernen Idole jenen Platz einnehmen, der nur Gott gebührt. Vor den Augen aller versklaven sie, bringen sie unter die Diktatur des Götzendienstes, ohne dass die Menschen sich dessen so recht bewusst werden. In diesem Zusammenhang lädt der Papst alle Mitglieder der Vereinigung des Katholischen Apostolates, sich ganz dafür einzusetzen, um dem Menschen von heute zu helfen, die Wege des Evangeliums wieder zu finden, inspiriert von den Worten Pallottis: “Den Glauben wieder beleben, die Liebe neu entzünden, und alle zu Christus zu führen!“ Für ihr spirituelles und apostolisches Leben war den Mitgliedern der pallottinischen Familie in diesem Jubiläumsjahr die Betrachtung des Lebens und der Heiligkeit des Gründers Hilfe und Ansporn. Dies findet in den Worten der Enzyklika Deus caritas est seine Bestätigung: “Der Glaube zeigt uns den Gott, der seinen Sohn für uns hingegeben hat, und gibt uns so die überwältigende Gewissheit, daß es wahr ist: Gott ist Liebe! Auf diese Weise verwandelt er unsere Ungeduld und unsere Zweifel in Hoffnungsgewissheit, daß Gott die Welt in Händen hält und daß er trotz allen Dunkels siegt, wie es in ihren erschütternden Bildern zuletzt strahlend die Geheime Offenbarung zeigt. Der Glaube, das Innewerden der Liebe Gottes, die sich im durchbohrten Herzen Jesu am Kreuz offenbart hat, erzeugt seinerseits die Liebe. Sie ist das Licht — letztlich das einzige –, das eine dunkle Welt immer wieder erhellt und uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt» (Nr. 39).

Ein lebendiger Glaube und eine tätige Liebe lassen das Leben des hl. Vinzenz Pallotti hell erstrahlen; lebendiger Glaube und tätige Liebe sind die beiden Säulen, auf die er sein Werk fest gegründet hat; sie waren die inneren Kraftquellen, Ansporn und Stütze zugleich für die vielen apostolischen Initiativen, an denen sein Leben überreich ist. «Caritas Chrìsti urget nos» (2 Kor 5,14) war sein Motto, mit diesen Worten motivierte er auch alle in seiner Gemeinschaft. Die reifste Frucht seines Eifers war die Gründung der Vereinigung des Katholischen Apostolates, die schon zu seiner Zeit die Zusammenarbeit aller in der Kirche – Laien, Priester und Ordenschristen - zu verwirklichen suchte. Wenn der Glauben lebendig ist, dann wird jeder zu einem überzeugtem und überzeugenden Apostel, durchdrungen vom Feuer der Liebe Gottes.

Der Heilige Vater möchte die pallottinische Familie an diesen Überlegungen aus Anlass des 50sten Jahrestages der Heiligsprechung Pallottis teilnehmen lassen. Der Nachfolger des hl. Petrus empfiehlt die gesamte Vereinigung des Katholischen Apostolates dem Schutze Mariens, der Königin der Apostel, Vorbild der Gottes- und Nächstenliebe, und der Fürsprache des hl. Vinzenz Pallotti, so dass ein neues Pfingsten sie mit den Gaben des Heiligen Gesites erfüllt im Dienste der Neuevangelisierung und erteilt von Herzen den erbetenen apostolischen Segen.

Mit achtungsvollen Grüßen bin ich

Ihr in Christus ergebener

Tarcisio Card. Bertone

Staatssekretär

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)