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Liebe Schwestern und Brüder in der Vereinigung,

wir freuen uns sehr, Euch in diesen Nachrichten einen Text über den heiligen Vinzenz und das Apostolat der Abendschulen vorzulegen. Dazu gibt es andere Nachrichten aus der Vereinigung.

1. DER HEILIGE VINZENZ UND DAS APOSTOLAT DER ABENDSCHULEN

Es ist im allgemeinen geschichtlichen Kontext beachtenswert, dass es zur Zeit des heiligen Vinzenz im Kirchenstaat, anders als in vielen anderen Ländern, keine Schulpflicht gab, was zur Folge hatte, dass der größte Teil der Bevölkerung nicht lesen oder schreiben konnte. 1819, ein Jahr nach seiner Priesterweihe, begann der heilige Vinzenz, abends auf öffentlichen Plätzen zu predigen, um das Evangelium jenen zu bringen, die nicht so leicht in die Kirche kamen, und um anschließend alle, die bereit waren, auch Kinder, für einen Abendgebetstreffen (Oratorium) zur Kirche S. Nicola degli Incoronati zu führen (1938 abgerissen, lag die Kirche hinter den Carceri Nuove, Via Giulia). Doch wurde es notwendig, ein eigenes Treffen für die Kinder zu organisieren, um auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. So kam Vinzenz mit einem Laien namens Giacomo Casoglio überein, einem Holzschnitzer mit einem Geschäft in der Via Larga, einer Nebenstraße der Via del Pellegrino. Dieser lehrte die Kinder Lesen und Schreiben und erklärte ihnen in seiner kleinen Werkstatt den Katechismus, brachte sie auch dazu zu singen, während Vinzenz die Erwachsenen in der Kirche versammelte. So begannen die Abendschulen, welche der Rektor von S. Nicola degli Incoronati, Msgr. Giannoli, wirtschaftlich unterstützte.

1823 starb Casoglio; ihm folgte der Rechtsanwalt Michele Gigli. 1835 bildete Pallotti eine Gruppe von Mitarbeitern, die einen monatlichen Beitrag zur Erhaltung der Schulen gaben. 1837 gab es deren zwei: eine im Borgo, zwischen dem Tiber und dem Vatikan, und die andere in der Via della Maschera d’Oro, nahe der Piazza Navona. Als die Cholera sich in der Stadt ausbreitete, stellte Vinzenz die Schulräumlichkeiten für die Kranken zur Verfügung. Gigli, der sich selbst großmütig eingesetzt hatte, um den Opfern der Cholera zu helfen, steckte sich an und starb am 2. September 1837. Der heilige Vinzenz nutzte diesen schmerzhaften Anlass, die beiden Schulen zu reorganisieren, selbst ihre Leitung zu übernehmen und Ämter und Aufgaben unter den Mitgliedern der Vereinigung zu verteilen. Unter den Laien zeichnete sich der Anwalt Giuseppe Venuti in diesem Apostolat aus. Doch der Kanonikus Luigi Ricci, ein einfacher, zuverlässiger und getreuer Mitarbeiter des heiligen Vinzenz und Fachmann in gregorianischem Gesang, setzte sich mehr als sonst jemand in den Abendschulen ein (sein Name erscheint an achter Stelle in der Liste der zuerst im Katholischen Apostolat Eingeschriebenen vom April 1835 - vgl. OOCC V, S. 3-5). Es gibt zahlreichen Briefe Pallottis an Ricci; als Beispiel zitieren wir den vom 23. September 1837: „Gott wird all Ihre harte Arbeit für die Schulen segnen und für all die anderen heiligen Werke der Frommen Gesellschaft (d.h. der Vereinigung) ... Mir gefällt der Druck der Prämienurkunde ... Sie kennen mich in allem; Sie lesen die Gefühle meines Herzens“ (OCL II, S. 210). Der heilige Vinzenz bekam die notwendige Hilfe zur Aufrechterhaltung dieses Werkes durch verschiedene Spenden von Unterstützern aus dem Adel (zu deren wichtigsten der Herzog Lorenzo Sforza Cesarini, der Prinz Baldassare Boncompagni und die Prinzessin Borghese gehörten) und von Pfarrern, die monatlich einige Scudi beisteuerten. Er steigerte das Einkommen für die Schulen auf 500 Scudi, was es ihm ermöglichte, eine neue im Vicolo dell'Arancio in der Nähe des Quirinal zu eröffnen. Die Zahl der Schüler erreichte 500; ihre Generalkommunion 1838 wurde von Kardinal Ugo Pietro Spinola am Sonntag, den 29. April, in der Kirche Sant'Ivo della Sapienza gefeiert (wo der hl. Vinzenz auch für Kinder ein Gebetstreffen an Feiertagen eröffnete), unter Beteiligung der zuvor genannten Hauptwohltäter (vgl. OCL II, S. 263).

Bevor Pallotti 1839 Rom verließ, um sich wegen einer schweren Erkrankung nach Camaldoli bei Frascati zu begeben, schlug er selbst Msgr. Carlo Luigi Morichini als Direktor und Förderer der Abendschulen vor, einer seiner Studenten in den Tutorenstunden an der Sapienza-Universität und späterer Kardinal. Morichinis Leitung wurde vom Vikariat von Rom sehr geschätzt, und es wurde gegenüber Pallotti große Besorgnis darum geäußert, dass der Monsignore weiterhin die beiden Schulen leiten würde: „Daher glaube ich nicht, dass es notwendig ist, dem irgendetwas hinzuzufügen“, schrieb Pallotti ihm (OCL III, S. 129). Dennoch spürte der heilige Vinzenz, dass einige Probleme auch bezüglich der Abendschulen aufzogen, und schrieb daher am 30. Juli wie folgt an Melia: „Überlegen Sie, ob Sie meinen, dass es angebracht wäre, die Abendschulen unter den Schutz des Kardinals Fransoni zu stellen. Denken Sie darüber nach und lassen Sie es mich wissen. Denn ich befürchte auch gegen dieses Werk etwas“ (OCL III, S. 85-87).

Die Schulen richteten sich besonders an junge Handelsleute, die trotz ihres jungen Alters während des Tages arbeiten mussten, um den Lebensunterhalt und Unterstützung für ihre Familien zu verdienen. Neben einer Grundschulausbildung zielten diese Schulen darauf ab, religiöse Erziehung zu vermitteln. Die Lehre des Katechismus und geistliche Übungen waren Gelegenheiten, die christliche Spiritualität zu vertiefen, die diese jungen Arbeiter zum Beispiel an religiösen Festtagen erlebten. Über die Erziehung der Schüler hinaus boten die Schulen einen wahrhaft karitativen Dienst für junge Menschen mit geringen ökonomischen Mitteln. Die Vereinigung stellte Räumlichkeiten, Lehrer und Unterrichtsmaterial unentgeltlich zur Verfügung. Doch trotzdem brachten manchmal die Familie und Arbeitsprobleme die jungen Leute dazu, die Schulausbildung aufzugeben. Während jeder Unterrichtsstunde wurde einige Zeit der Religion gewidmet. Die Vorabende von Feiertagen blieben dem Gebet vorbehalten. Der Unterricht begann eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang und dauerte ein und ein Viertel Stunden. Die Schüler wurden anschließend in Gruppen nach Hause begleitet.

2. DIE KONGREGATION DER SCHWESTERN VOM KATHOLISCHEN APOSTOLAT (CSAC)

Das XXV. Generalkapitel der Kongregation fand vom 21. Juli bis 10. August im Provinzhaus der italienischen Provinz der Schwestern, Via Porta Maggiore (Rom) statt. Es stand unter dem Thema „Lasst uns auf den Ruf zur Neu-Evangelisierung antworten in voller Gemeinschaft mit allen, wie Maria im Zönakulum, in der Symphonie des Geistes“. Sowohl die Eröffnungs-, wie die Schlussmesse wurden in der Kirche S. Salvatore in Onda gefeiert, und der Generalrektor der Gesellschaft, P. Jacob Nampudakam SAC, stand der Feier vor, zusammen mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft des Generalats. Am 6. August, dem Fest der Verklärung des Herrn, wählten die Schwestern Sr. Ivete Garlet CSAC (Brasilien) zur neuen Generaloberin; Sr. Ivete tat bereits von 1995 bis 2007 diesen Dienst und arbeitete während der letzten Jahre in Mosambik. Am 7. August wurde Sr. Carmel Therese Favazzo (USA) zur Generalvikarin gewählt, und die Schwestern Stella Maria Marotta (Italien), Venicia Meurer (Brasilien) und Lilly Nanat (Indien) zu Generalrätinnen.

Sonntag, der 28. Juli, war der Reflexion des pallottinischen Charismas im Licht der Neu-Evangelisierung gewidmet. Dies wurde, zusammen mit vielen Mitgliedern der Vereinigung, besonders aus den verschiedenen LKRs in Italien, als Vereinigung des Katholischen Apostolates getan. P. Jacob legte eine inhaltsreiche Betrachtung vor und stellte viele Fragen, „wie“ die Vereinigung durch die Kraft und Bedeutung unseres Charismas ein wirksames Instrument für die Evangelisierung verschiedener Kulturen und Völker werden kann. Diese Fragen wurden in kleinen Gruppen weiter diskutiert. Und unter den Schlüsselelementen, die für unabdingbar zur Verwirklichung des pallottinischen Charismas bei der Evangelisierung verschiedener Kulturen gehalten wurden, waren die folgenden: die Notwendigkeit, die kontemplative Dimension des Charismas zu entwickeln; die Notwendigkeit, ein starkes konkretes Zeugnis für die Verwirklichung des kirchlichen Gemeinschaftsmodells, das Pallotti ersehnte, in unseren gelebten Beziehung innerhalb und außerhalb der Vereinigung abzulegen; die Notwendigkeit für missionarische Dynamik, eine Gabe des Geistes Jesu, welche aus dem Zönakulum heraus geboren wird und dort wächst, wodurch die Mitglieder wirklich wirksame Apostel in Kirche und Welt werden können.

Wir danken dem Herrn für Sr. Serena und für die Mitglieder des aus dem Amt scheidenden Rates und bitten für sie um seinen Segen. Wir bitten den Herrn, Sr. Ivete und die Mitglieder des neuen Rates mit Weisheit, Güte und Stärke zu segnen, damit sie die Kongregation auf den Wegen des Geistes gemäß dem Charisma des hl. Vinzenz leiten, um immer voller den Dienst als integraler Teil der Vereinigung zum Wohl der Kirche und der Welt zu leben.

3. SÜDAMERIKANISCHES INSTITUT PALLOTTINISCHER STUDIEN (ISEP) IN SANTA MARIA, BRASILIEN

Der zweite Abschnitt des VII. Treffens des ISEP, ein Kurs pallottinischer Studien und gemeinsamen Reflektierens, fand vom 5. bis 17. Juli im Colegio Maximo Palotino statt. Diese Treffen finden seit 1992 jedes Jahr im Juli statt und werden als integraler Teil pallottinischer Formation für die Vereinigung angesehen. Unter der Kursleitung eines Teams von Mitgliedern, das von P. Angelo Londero koordiniert wurde, nahmen in diesem Jahr 22 Leute aus verschiedenen Teilen Brasiliens und 1 aus Kolumbien teil.

4. PALLOTTINISCHE MISSIONSWOCHE UND WELTJUGENDTAG, BRASILIEN

Die pallottinische Missionswoche, die von der Kommission für die pallottinische Jugend und Mitgliedern der pallottinischen Familie in Brasilien organsiert wurde, fand vom 15. – 21. Juli in Curitiba statt, mit etwa 70 jungen Leuten aus Brasilien, Uruguay, Argentinien, Mosambik und Portugal, die von Familien in der Pallottiner-Pfarrei St. Joseph beherbergt wurden. Das Programm umfasste Zeiten des Gebetes, der Betrachtung und Katechese, sowie verschiedene missionarische und kulturelle Aktivitäten, einschließlich Besuche bei Senioren. Es half den Teilnehmenden, ihre Kenntnis des pallottinischen Charismas und den Geist der Vereinigung zu vertiefen (Fotos und Videos auf www.pallottineyouth.net). Die jungen Leute reisten dann zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro. Ein junger pallottinischer Teilnehmer beschrieb diesen als „ein wirkliches Zönakulum, wie der hl. Vinzenz es gewollt hat, [bei dem] es verschiedene Sprachen​, Gaben, Charismen gab, vereint unter einem Licht und einem Kreuz, wo alle einander verstanden und zusammenwuchsen. Eine wirkliche Zeit der Gnade, in der wir die Verlebendigung des Glaubens und das Neuentzünden der Liebe erfahren haben. Die Sendung, die aus dieser wunderbaren Begegnung mit Christus und seinem Stellvertreter und mit unseren Brüdern und Schwestern herrührt, ist das Motto des WJT: ‚Geht hin, und macht alle Völker zu meinen Jüngern!‘ (Mt 28, 19)“ (Edvaldo Betioli Filho, Londrina - Brasilien).

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)