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Liebe Schwestern und Brüder in der Vereinigung,

wir freuen uns sehr, Euch mit diesen Nachrichten eine Besinnung über die Pia Casa di Carità vorzulegen, die Sr. Lilia Capretti CSAC erstellt hat. Dazu gibt es andere Nachrichten aus der UAC.

1. DIE PIA CASA DI CARITÀ IN ROM

Die Hauptquelle allen Handelns und Wirkens des hl. Vinzenz Pallotti war immer die Liebe Christi, in deren Licht er die Güte Gottes und menschliche Nöte wahrnahm. Vinzenz lebte im Rom des 19. Jahrhunderts; er kannte dessen Nöte und Stärken. Als Priesterapostel nahm er Probleme, Herausforderungen und Lasten in Angriff und bemühte sich, mögliche Antworten darauf zu geben. Bereits 1835 hatte er, zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einzelnen Mädchen eine vorübergehende Unterkunft bei zuverlässigen Familien besorgt. Doch als ihre Zahl wuchs, bemühte er sich um ein geeignetes Haus bei Sta. Maria Maggiore.

Mit der Cholera 1837 wuchs die Zahl junger Mädchen ohne Eltern und in Not weiter an. 1838 bekam Vinzenz einen Teil des Gebäudes von Mons. Antonio Fuccioli im Rione Monti, um das er Papst Gregor XVI. gebeten hatte. Nachdem der Ausbau fertig gestellt war, nahm Vinzenz es am 5. Juni in Besitz, indem er 37 Mädchen in einer Prozession begleitete. Mit einer eindrucksvollen Zeremonie führte er die Mädchen hinein, die er der Meisterin Elisabetta Cozzoli anvertraute. Nachdem er das Haus gesegnet hatte, stellte er es unter den Schutz der seligen Jungfrau Maria, der Königin der Apostel, des hl. Franz von Assisi und des hl. Stanislaus Kostka. Vinzenz wurde zum Rektor des Werkes ernannt. Giacomo Salvati war der Prokurator und die Seele der Pia Casa. Eine Abordnung von 5 Leuten, die auf Lebenszeit berufen wurden und von denen jeder eigene Verantwortungsbereiche hatte, wurde für die Verwaltung eingerichtet. Die Pia Casa war auch die Wiege der Kongregation der Pallottinerinnen, die nach einigen auch schmerzlichen Höhen und Tiefen bestätigt wurde und sich in mehreren italienischen und ausländischen Gemeinschaften ausdehnte. Von Anfang an vertraute Vinzenz den Schwestern, die damals ‚Meisterinnen‘ genannt wurden, die Aufgabe an, für die Mädchen zu sorgen, für ihr Wachstum, ihre Ausbildung und vor allem ihre Erziehung. Denn Vinzenz sah in dieser Pflegeunterbringung die Zukunft jener Generation, der Kirche und der Gesellschaft. Und er wollte, dass sie gute Christen und gläubige Bürger sind.

Vinzenz wollte, dass der Ort, wo die Kinder untergebracht wurden, „Pia Casa di Carità“ und nicht Konservatorium oder Zufluchtstätte genannt werde, wie es zu jener Zeit Brauch war. Es ist klar, dass der neue Titel mit Bedeutung gefüllt sein musste. 1839 musste Vinzenz aus gesundheitlichen Gründen nach Camaldoli, oberhalb von Frascati, gehen und dort ungefähr vier Monate bleiben. Während dieser Zeit schrieb er die Regel für die Pia Casa. Seine Abwesenheit wurde vor allem von den Schwestern und Mädchen schmerzlich empfunden. Es war nicht immer leicht, von den Verwaltern verstanden zu werden, die manchmal sogar mit dem hl. Vinzenz selbst nicht einverstanden waren: Doch er sah alles im Licht des Paschamysteriums und er glaubte, dass die Werke Gottes „die Zeichen des Kreuzes“ tragen müssten. Vinzenz ließ auch eine völlig kostenlose Schule eröffnen, welche Schülerinnen aufnehmen musste, die außerhalb des Hauses lebten. Leider starb der hl. Vinzenz früh, und, trotz des guten Willen aller, fehlten Probleme und Leiden nicht, aber auch nicht Gnaden.

1862 wurde die Verwaltungsstruktur geändert und die Zuständigkeit der Pallottiner an den Kardinalvikar (Vikariat von Rom) abgegeben. Daraus ergaben sich viele Änderungen: Gioachino Carmignani, der Mitbegründer der Pia Casa genannt werden kann, erhielt für die Pia Casa mit dem königlichen Dekret vom 19. Juli 1874 die Anerkennung als „moralische Körperschaft“. Das Innenministerium errichtete die Pia Casa di Carità als öffentliches Institut der Fürsorge und Wohltätigkeit (IPAB). Unter den verschiedenen Monsignores des Vikariates, die sich in der Präsidentschaft der Pia Casa abwechselten, sind große Verdienste Monsignore Valeriano Sebastiani geschuldet, der für ungefähr zwanzig Jahre ein echter Mann der Vorsehung war, vor allem in der Unterstützung der jungen Schwesternkongregation. Nach mehreren Jahren hielt Kardinal Luigi Traglia es für gut, die Präsidentschaft an die Pallottiner zurück zu geben: der erste war der ehemalige Generalobere der Gesellschaft P. Wilhelm Möhler. Er nahm bis 1977 die Aufgabe des Präsidenten wahr. Danach ernannte Kardinal Ugo Poletti den Provinzobern der italienischen Pallottiner-Provinz, P. Domenico Pistella, zum Nachfolger.

Mittlerweile änderte sich in Italien das Gesetz. Eine der vielen Neuerungen war die Änderung des Rahmenwerks für Kinder und junge Leute, die in Heimen untergebracht waren. Anstelle von Kollegien wurden neue Hilfsstrukturen angedacht und dann verwirklicht: Familienhäuser, Gruppenappartements, Gemeinschafts-Unterbringung. Wir gehen hier nicht näher auf eine Erklärung ein. Doch muss gesagt sein, dass mit der Anerkennung seitens des Regionalrates von Lazio die Pia Casa mit neuem Statut und neuem Rat als juridische Person beim Gericht von Rom registriert wurde. Der erste Präsident des neuen Gebildes war P. Mario Proietti in Zusammenarbeit mit fünf anderen Räten.

Noch heute heißt die Pia Casa Kinder in Not willkommen, die zumeist von Immigranten stammen. Ihre Zahl wurde wegen der neuen Strukturen verringert. Für die Unterstützung der Kinder und ihre Erziehung tragen die Schwestern Sorge, die für die Arbeit ganz zur Verfügung stehen. Und es muss gesagt werden, dass sie die Mädchen sehr gut bilden und ihren Familien sehr helfen.

2. FEIERN ZUM ABSCHLUSS DES JUBILÄUMSJAHRES

Polen: Am 20. Januar traf sich die pallottinische Familie in Polen mit der ganzen UAC in Gniezno, um den 50. Jahrestag der Heiligsprechung unseres Gründers zu feiern. In der Kathedrale versammelten sich etwa 500 Leute aus verschiedenen Gemeinschaften, um diesen großen Tag mit dem Besuch der Messe zu beginnen, die von Primas Erzbischof Józef Kowalczyk, anderen der pallottinischen Welt verbundenen Bischöfen und zahlreichen Priestern gefeiert wurde. Nach der Messe war Zeit für eine Agape im Haus der Missionspallottinerinnen, wo sich 350 Leute trafen, um ihre Freude und ein Mahl zu teilen. Die Feier beendete das Jubiläumsjahr, in dem sich die örtlichen pallottinischen Familien jeden Monat an einer von dreizehn „Stationen“ im ganzen Land versammelt hatten. Jede Feier wurde von der Kreuzes-Reliquie des hl. Vinzenz Pallotti begleitet. Und jede hatte ein anderes Motto; das letzte war Heiligkeit für das Apostolat. – Fotos unter http://www.pallotyni.pl/galeria/2013-01/2013-01-20-GNIEZNO-MSZA-ZAKONCZENIE-OBCHODOW-50-LECIA-KANONIZACJI/index.html

Brasilien: Der Generalsekretär der Vereinigung, P. Rory Hanly SAC, wurde vom NKR nach Brasilien für die Feiern zum Ende des dortigen Jubiläumsjahres eingeladen. Es gab eine Reihe bedeutender Ereignisse, so vom 18. – 21. Januar Feiern im Gebiet von Santa Maria. Als Triduum gab es Messen in den pallottinischen Pfarreien Faxinal do Sotorno, Santa Maria und Vale Veneto. Der Samstag, 19.1., war ein Reflexionstag im marianischen Schönstatt-Zentrum Santa Maria. Dabei gab es einen Augenzeugenbericht der Heiligsprechung Pallottis von P. Aguinelo Burin SAC, einen Vortrag über ‚Die Laien in der Vision des hl. Vinzenz Pallotti‘ von P. Angelo Londero SAC, einen Austausch von verschiedenen Mitgliedern der pallottinischen Familie, der unterschiedliche Berufungen unter dem Thema ‚Was schlägt der hl. Vinzenz mir vor?‘ vorstellte, sowie eine Botschaft von P. Rory. Die Feiern endeten am 21.1. mit einer Schlussmesse im Heiligtum von Nossa Senhora Medianeira de Todas as Graças in Santa Maria, welche landesweit im Fernsehen übertragen wurde. Das Jubiläumsjahr wurde offiziell am Samstag, 26. Januar, im nationalen Heiligtum Unserer Lieben Frau von Aparecida beendet. Die wiederum landesweit übertragene Eucharistie wurde von Bischof Julio Akamine SAC in Konzelebration gefeiert und von Mitgliedern der pallottinischen Familie besucht, die zusammen mit andern Pilgern von nah und fern angereist waren und die riesige Basilika füllten. Es folgte ein pallottinisches Treffen in der Aula des Heiligtums mit einer audiovisuellen Präsentation der Heiligsprechung, einem Spiel der pallottinischen Jugend aus Rio de Janeiro über das Leben des hl. Vinzenz, einer Botschaft von P. Rory und einem Schlusssegen von Bischof Julio. Während der Zeit in Brasilien hatte P. Rory auch Gelegenheit, verschiedene pallottinische Gruppen, Häuser, Seminare, Pfarreien und Schulen in Porto Alegre, Santa Maria, Londrina, Arapongas, Cambé, São Paulo, Niterói und Rio de Janeiro zu besuchen und vielen Feiern beizuwohnen, einschließlich dem Silberjubiläum von Bischof Julios Priesterweihe. Herzlichen Dank allen für ihre unerschöpfliche Freundlichkeit, Großzügigkeit und den herzlichen Empfang. Es war eine große Ehre, die Freude und Gastfreundschaft, Glauben, Begeisterung und Verbindlichkeit der pallottinischen Familie in Brasilien selbst zu erleben, wie auch die eindeutige Liebe so vieler junger und alter Menschen für den hl. Vinzenz und sein Charisma. Der Besuch hatte auch den Beigeschmack tiefer Trauer nach der schrecklichen Nachricht über das Feuer in einem Nachtclub in Santa Maria am Sonntag, den 27. Januar, bei dem mindestens 239 Menschen starben. Beten wir weiter für all jene, die ihr Leben verloren haben oder schwer verwundet wurden, und für ihre Familien und Freunde.

3. Wir beten ganz besonders:

  • für Benedikt XVI und für das kommende Konklave, dass es einen neuen Papst wähle, der die Kirche weise und gläubig in diesen herausfordernden Zeiten leite
  • für die Menschen in Santa Maria, Brasilien, und alle, die in jüngster Zeit Tragödien erlitten haben
  • für die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo und in Syrien und alle, die weiterhin Auswirkungen von Krieg, Gewalt, Ungerechtigkeit und Verfolgung erleben

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)