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Örtliche Veranstaltungen

DIE HEILIGSPRECHUNG VINZENZ PALLOTTIS – ERINNERUNGEN VON SCHWESTER ANNEMARIE NIEHSEN

Nach meiner Profess am 15. August 1961 wurde ich zu meiner ersten Aufgabe ins St. Brigida Heim, einem Seniorenheim in Bocklemünd/Köln, gesandt – in eine kleine Kommunität von fünf Schwestern: Sr. Willigis als Oberin, Sr. Remigia, Sr. Kleopha, Sr. Beatilde und Sr.  Pascalina. Wir hatten dort miteinander eine wunderbare Zeit, wir waren wie die Leute dort, wie die fröhlichen Rheinländer!

Es war auch eine Zeit besonderer Gebete in Vorbereitung auf die Heiligsprechung unseres Gründers, des seligen Vinzenz Pallotti in Rom. Wer würde wohl zu dieser wunderbaren Feier fahren können? Es war offensichtlich, dass nicht alle dort teilnehmen konnten. Daher beschlossen unsere Oberinnen in Marienborn, unserem Mutterhaus in Limburg an der Lahn, die Schwestern zu fragen, wer nach Rom fahren wollte. Diese Schwestern sollten ihren Namen angeben, welche in einer Schachtel gesammelt wurden und dann würde ein Name gezogen werden. Dies war die gerechteste Lösung.

Meine lieben Mitschwestern neckten mich ständig und sagten “du bist viel zu jung… dafür. Du bist noch grün hinter den Ohren“. Aber trotzdem gab ich meinen Namen an und fügte einen Satz dazu – ich erinnere mich noch genau an ihn. Ich schrieb: „Wenn ich das Glück habe, gezogen zu werden, werde ich dieses Geschenk gerne annehmen. “Und tatsächlich, der Würfel fiel auf Sr. M. Vitalis SAC, meinen damaligen Ordensnamen, den  ich später in Südafrika gegen meinen Taufnamen Sr. Annemarie tauschte.

Meine Freude war groß und auch die meiner “älteren” Schwestern. Eines Tages kam ein an Sr. Vitalis SAC adressiertes Paket an und es war  damals üblich, unsere Geschenke in der Gemeinschaft zu öffnen. Als ich zum Auspacken anfing, merkte ich, dass da etwas dahintersteckte. Es waren einige Äpfel, Birnen, Trockenfrüchte, Plätzchen und Süßigkeiten darin, dazu eine Notiz: „Für Deine Reise“ … Es war ein Spaßpaket, eine Art Aprilscherz. Das machte es so liebenswert. Etwas anderes Schönes,  damals durchaus nicht so Übliches, war, dass meine Oberin, Sr. Willigis (photo), mir etwas Taschengeld gab und einige Extramünzen für die Bettler auf den Straßen Roms. Das hat mich so berührt und Ihr könnt euch vorstellen, wie glücklich ich war!

Wir waren eine ganze Gruppe von Schwestern aus Deutschland, die mit dem Zug in die Heilige Stadt fuhren und eine Gruppe unserer amerikanischen Schwestern stieg  in Köln zu. Wir hatten eine schöne und interessante Zeit miteinander im Zug. Sie konnten nicht viel Deutsch sprechen und wir waren herausgefordert, ihren Akzent zu verstehen! Es war ein sehr kalter Winter in Rom, im Januar 1963, und ich schlief mit meinen Mantel über der Bettdecke um nachts nicht zu frieren.

Die Feier der Heiligsprechung unseres Gründers im St. Petersdom war für mich ein unvergessliches, wunderbares geistliches Ereignis. (Es gab jedoch ein großes Gedränge in der Basilika während der Feier und ich wurde von den römischen Pallottinerinnen fast erdrückt; aber ich überlebte und heute, 50 Jahre später, kann ich diese kleine Geschichte noch erzählen.)

Nach der Heiligsprechung Vinzenz Pallottis am 22. Januar 1963 beten die Pallottinerinnen an seinem Sarkophag in der Kirche San Salvatore in Onda

Dort gewesen zu sein zu all dem – nahe beim Heiligen Vater, Papst Johannes XXIII zu sein, die Atmosphäre in der Heiligen Stadt zu erleben, auf den Straßen zu gehen, wo Vinzenz Pallotti lebte, unterwegs war und den Leuten diente und all die wichtigen und geschichtsträchtigen Stätten zu besuchen war ein großes Privileg und etwas, das ich immer in dankbarer und freudiger Erinnerung behalten werde.

Eine weitere schöne Erfahrung war, dass Sr. Mechtilde mich zu einem Besuch und zum Gebet in der Kirche St. Vitale- Vitalis, meines Namenspatrons mitnahm. Auf unserem Weg zurück hatten wir viel Spaß und sprachen miteinander über gute Erinnerungen aus unserer Zeit im Postulat.  -

Sr. Mechtilde Pracht SAC und Sr. Annemarie Niehsen (Sr. M.Vitalis) beim Ausflug nach Nettuno , im Januar 1963

Als wir wieder zuhause waren, feierten wir in der Gemeinschaft in Köln weiter. Wieder erfuhr ich eine wunderbare, gesegnete Zeit zu Ehren des Hl. Vinzenz Pallotti und wir feierten ein schönes Hochamt mit den Schwestern, Bewohnern und Angestellten des Heims. Jetzt schaue ich mit Dankbarkeit zurück auf all die Ereignisse und vertraue und bete, dass UNSER GRÜNDER weiterhin mit Maria, der Königin der Apostel und allen Engeln und Heiligen für uns eintritt und dass all unsere Unternehmungen in Zukunft gesegnet sein mögen.

Sr. Annemarie Niehsen, SAC

September 2012

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)