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Nach seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. zunächst zwei Monate in seinem Sommersitz Castelgandolfo verbringen, danach will er in das ehemalige Klausurkloster „Mater Ecclesiae“ in den Vatikanischen Gärten einziehen.

Hämmern und Werkeln im Vatikan - schon von weitem sieht und hört man die Umbauarbeiten am neuen Heim für den ehemaligen Papst. Mittendrin im Vatikanstaat und doch ganz abgeschieden von der Welt wird Benedikt XVI.-Joseph Ratzinger seinen Lebensabend verbringen. Von dem auf einem Hügel gelegenen Gebäude an der Leoninischen Mauer hat der ehemalige Papst direkten Blick auf den Petersdom, auf den Apostolischen Palast und auf die Sixtina – freilich aus einer anderen, man kann sagen, hintergründigen oder rückseitigen Perspektive. Hüter des Klosters waren bis vergangenen Oktober noch sieben Klausurschwestern. Was geht in ihnen heute vor, wenn sie Benedikt XVI. bald in ihrem alten Heim wissen?

„Dass Benedikt XVI. sich nicht zum Beispiel für eine Rückkehr in eine akademische Einrichtung entscheidet, sondern dafür, sich an einen Ort zurückzuziehen, der als Ort des Gebetes entstanden ist, ist für alle eine Botschaft. Diese sagt: die Kirche muss sich zuallererst Gott öffnen, und die Person, die dies als Berufung tut, wie wir, wie er, tut nichts anderes, als das zu bezeugen und Gott zum Menschen und den Menschen zu Gott zu bringen. Deshalb sind die Heiligen und Menschen des Gebetes erleuchtet – so wie Benedikt XVI., der dies immer schon war.“

Schwester Maria Francesca ist die einzige Italienerin unter den überwiegend spanischen Klausurschwestern vom Orden von der Heimsuchung Mariens. Als die Schwestern noch in den vatikanischen Gärten wohnten, war die räumliche und spirituelle Nähe zum Heiligen Vater Teil ihres Alltags. Schwester Francesca erinnert sich:

„Das Kloster liegt ja in den vatikanischen Gärten. Diese Nähe beinhaltete für uns Kontakte mit dem Heiligen Vater – vor allem durch das Gebet: Wir waren ja wesentlich seinetwegen da, für die Kirche und die Mitarbeiter der Kurie. Wir sahen jeden Morgen den Apostolischen Palast, wenn wir die Fenster öffneten. Dies war für uns eine Möglichkeit, ihm unser Gebet auf fast physische Weise zu senden.“

Fast physisch hat auch Benedikt XVI. in diesen Tagen das Gebet der Personen gespürt, die für ihn beten. Das hat er bei der vergangenen Generalaudienz und beim Angelus-Gebet betont. Schon mehrere Male haben die Klausurschwestern und der Papst gemeinsam gebetet, persönlich haben sie ihn zwei Mal getroffen.

„Er kam am 14. Dezember 2010 zur Messe in unser Kloster – zum 400-Jahr-Jubiläum unserer Kongregation, dann haben wir ihn am 14. Oktober 2012 wiedergesehen, eine Woche bevor wir den Vatikan verließen. In dem Fall sind wir zu ihm nach Hause gegangen, in den Apostolischen Palast und haben ihn dort getroffen. Was immer bewegt, ist seine wirklich unheimlich große Kontaktfähigkeit, direkt und tief, mit der Person, die er vor sich hat. Seine Nähe und seine Güte sind so schön und so wahr! Doch das, was uns am meisten berührt hat, war wirklich diese Offenheit der Person gegenüber, die er traf. Diese Offenheit hat eine tiefe Wurzel im Gebet, das Gottes Blick auch in die einzelne, menschliche Begegnung trägt.“

Wo und wie der Papst in dem ehemaligen Kloster wohnen wird, war bislang nicht herauszufinden. Eines ist aber sicher: In strikter Klausur wird er nicht leben. „Er wird in keiner Weise eingeschlossen sein, sondern seine normalen Freiheiten haben“, präzisierte Vatikansprecher P. Federico Lombardi in diesen Tagen. Eben mittendrin, aber doch geschützt im Schoß von „Mutter Kirche“.
Schwestern aus vier Orden in spiritueller Nachbarschaft mit den Päpsten
Das Kloster Mater Ecclesiae, übersetzt „Mutter der Kirche“, wurde von Papst Johannes Paul II. gegründet. Der polnische Pontifex wollte innerhalb des Vatikans einen Ort zu schaffen, an dem sich wechselnde Bewohner „dem fortwährenden Gebet für Papst und Weltkirche widmen“ könnten. Bisher haben Schwestern aus vier unterschiedlichen Orden hier ihre Dienste verrichtet: Zwischen 1994 und 1999 waren es die Klarissen, dann die Karmelitinnen, später die Benediktinerinnen und ab 2009 die Salesianerinnen.

(rv 20.02.2013 pr)

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)