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Das beste und klarste Verständnis der Kirche Benedikts XVI. erfolgt in dem Augenblick, in dem fast jedermann zutiefst staunt und absolut verblüfft ist: als der Papst beschließt, auf sein Amt zu verzichten, um sich zum Gebet zurückzuziehen. Seine wohlbedachte und frei getroffene Entscheidung, die wie all jene, die im Verlauf der Geschichte neue Wege eröffnet haben, weltweit Gegenstand von sehr viel Aufmerksamkeit und von leidenschaftlichen und sehr unterschiedlichen Kommentaren ist, besiegelt die Übereinstimmung zwischen christlicher Lehre und Praxis des derzeitigen Papstes. Die Kirche Benedikts XVI. ist eine Kirche des christlichen Glaubens. Weder ein generischer, abstrakter oder ideologischer Glaube, sondern der Glaube an eine ganz konkrete, historische Gestalt, Jesus von Nazareth, der man aus freien Stücken zu folgen beschließt. Er ist und bleibt die vollkommene Synthese der Liebe Gottes zu den Menschen, welche die Gläubigen in eine reale, konkrete Liebe zum Nächsten übersetzen müssen. Diese Leitlinie erklärt Ratzinger in der Kontinuität seines Denkens und Handelns: als Theologe, Bischof, Kardinal und Papst.

Es war eine Überraschung nach seiner Wahl, als er in Anlehnung an den Vater des Mönchtums des Westens den Namen Benedikt wählte, um die Aktualität seiner Lebensregel neu hervorzuheben, die dem Grundsatz folgt, daß Christus nichts vorgezogen werden darf. Als Papst hat Ratzinger stets diese Regel als wichtigsten Bezugspunkt für alle Christen auf allen Verantwortungsebenen verbreitet und ermutigt. Und im Lichte dieses Grundsatzes hat er sich vom ersten Augenblick nach seiner Wahl an als »einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn« bezeichnet.

Benedikt XVI. überraschte uns erneut mit seiner ersten Enzyklika, die der Liebe Gottes gewidmet war, wo die Nächstenliebe als Unterscheidungsmerkmal derer betrachtet wird, die ans Evangelium glauben.

Viele weitere Überraschungen gab es im gegen den Strom gerichteten Wirken des Papstes, bis zuletzt durch seinen verblüffend würdevollen und ganz natürlichen Abgang im Bewußtsein, daß das Schiff Petri vor allem vom Heiligen Geist geleitet wird. Vom Lehrmeister des Glaubens ist er so zum Zeugen der Glaubwürdigkeit von Gottes Verheißungen geworden, die es wert sind, ihnen das ganze Leben zu weihen.

Das Erbe Benedikts XVI. ist bereits jetzt reich. Aber im Verlauf der Zeit wird es immer kostbarer erscheinen und auch von denen verstanden werden, die dies bisher nicht tun. Es zu erklären versuchen, indem man es mit dunklen Manövern umgibt, vor denen man sich schützen muß, wäre eine Beleidigung für die intellektuelle Transparenz des Papstes. Ebenso wie diejenigen, die seinen Verzicht als eine Flucht vor der Verantwortung interpretieren, den hohen Zeichenwert seiner Geste nicht erfassen. Er ist den schwierigen Zeiten für die Kirche, die auch in den acht Jahren seines Pontifikats nicht gefehlt haben, entgegengetreten und hat sie in vollem Vertrauen auf Gott überwunden und den Anstoß zu Lösungen uralter Probleme gegeben, die er bereits vorfand.

Der Verzicht Benedikts XVI. erfolgt im Jahr des Glaubens und fünfzig Jahre nach dem Beginn des II. Vatikanischen Konzils. Es ist kein Zufall, sondern ein Zeichen der Zeit, welches der Papst zum Wohl der Kirche gedeutet hat. Joseph Ratzinger hat als junger Theologe viel zum Erfolg des Konzils beigetragen, indem er an der Abfassung bedeutender Texte der historischen Versammlung mitgewirkt hat. Später arbeitete er in jeder möglichen Weise dafür, die Konflikte beizulegen, die sich aus der Interpretation des Konzilsereignisses ergaben, und er hat als Papst den Weg einer Reform der Kirche aufgezeigt. Das Konzil wollte nicht den christlichen Glauben ändern, sondern ihn in einer modernisierten, der Welt von heute verständlichen Sprache neu denken. Papst Benedikt hat dies mit Toleranz, Einfachheit und Kohärenz getan und hat sich dafür sogar der neuesten Kommunikationstechniken bedient, um Jesus Christus allen – man denke etwa an den Vorhof der Heiden –, vor allem aber den neuen Generationen, zu verkündigen. Ihm lag die Zukunft des christlichen Glaubens am Herzen, und deshalb hat er es für notwendig gehalten, einen Schritt zu tun, der vieles ändern wird.

c.d.c

L'Osservatore Romano, 13. Februar 2013

Foto von Sr. Miriam Studzińska, SAC

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"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)