Besucher Zähler

17357259
Seit 2011
17357259

Die Stufen der Offenbarung Gottes
Die Offenbarung Gottes war das Thema der Katechese bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch in der vatikanischen Audienzhalle. In italienischer Sprache wies Benedikt XVI. auf den Beginn der Gebetswoche für die Einheit der Christen am kommenden Freitag, 18. Januar, hin. Das diesjährige Thema ist vom Propheten Micha (vgl. Mi 6,6–8) inspiriert: »Mit Gott gehen.« Der Heilige Vater lud alle Gläubigen zum Gebet ein, »um von Gott beharrlich das große Geschenk der Einheit unter den Jüngern des Herrn zu erbeten. Die unerschöpfliche Kraft des Heiligen Geistes sei uns Ansporn zu einem aufrichtigen Engagement in der Suche nach Einheit, damit wir alle gemeinsam bekennen können, daß Jesus der Retter der Welt ist.«

Zu den deutschsprachigen Pilgern sagte er:

Liebe Brüder und Schwestern!

In der heutigen Katechese geht es um die Frage: Was ist das eigentlich – Offenbarung? Was und wie hat Gott sich offenbart? In Stufen, würde ich sagen. Die Schöpfung selbst ist eine Offenbarung Gottes, durch die er durchscheint, hindurchleuchtet. Und wenigstens in Augenblicken, in denen wir ihrer großen Schönheit begegnen, spüren wir es: Durch sie hindurch sehen wir den Schöpfer, den lebendigen, guten Gott. Aber unsere Augen sind stumpf, unser Herz ist stumpf, daher reicht uns die Schöpfung nicht aus. So hat Gott eine zweite Stufe beschritten: Er schickt Propheten – Menschen, die er erfüllt und die von ihm angerührt zu den anderen sprechen und ihnen Gott irgendwie zeigen können – von Abraham her, auf Mose und die Propheten hin. Und schließlich ist die höchste und eigentliche Stufe Jesus Christus, in dem Gott selbst ein Mensch ist und wir in einem Menschen Gott sehen können, wirklich sehen können.

 

Heute haben wir vor dieser Audienz die Lesung aus den Abschiedsreden Jesu gehört, wo schließlich Philippus irgendwie ungeduldig wird und zu Jesus sagt: »Du sprichst immer vom Vater. Zeig uns doch den Vater! Das reicht uns dann.« Und Jesus scheint verwundert und sagt: »So lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt. Wer mich sieht, sieht den Vater« (vgl. Joh 14,8–9). In Jesus ist das Gesicht Gottes selbst sichtbar, und wir müssen Jesus sehen lernen, dann sehen wir Gott, sehen wir, wer er ist und wie er ist, und werden Freunde mit ihm. So ist Offenbarung die Begegnung mit Jesus selbst, der zu uns spricht in der Heiligen Schrift, in der wir aber wirklich ihm selbst zuhören, das Herz auftun müssen, ihm entgegengehen müssen, damit wir nicht nur irgendwelche Wörter der Vergangenheit, sondern in den Wörtern das Wort, ihn selbst hören; damit wir nicht so lange bei ihm sind wie Philippus, der ihn noch immer nicht erkannt hatte. Philippus ist ein Bild für uns selbst. Wir sind als Christen so lange mit Christus und haben Gott doch nicht gesehen. Wir müssen Christus näher kennenlernen, näher bei ihm sein, inwendig mit ihm sein, damit wir ihn kennenlernen und dann Gott sehen. Und wenn wir Gott in Christus sehen, dann sehen wir Gott auch in den Armen, in den Verlassenen, weil er dann seine Liebe in uns entzündet, und durch die Liebe hindurch wir in denen, die der Liebe bedürfen, wiederum den lebendigen Gott sehen. So ist Weihnachten für uns eine Aufforderung, den Gott, der so gütig ist, daß er sich zu einem Menschen, einem Kind gemacht hat, näher kennenzulernen, uns mit Jesus wirklich zu befreunden, damit wir Gott sehen und dann im Nächsten Jesus erkennen können und dann recht zu leben lernen.

Ganz herzlich grüße ich alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache. Ich sagte schon: Wenn wir Gottes Antlitz sehen wollen, müssen wir Christus nachfolgen. Als Zeugen seiner Liebe wollen wir es tun. Der Heilige Geist schenke euch allen Frieden und wahre Freude.

L'Osservatore Romano, 17. Januar 2013

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)