Besucher Zähler

17357362
Seit 2011
17357362

Interview mit Schwester Nicla Spezzati, Direktorin des neuen »Studiums« am Dikasterium für die Ordensleute

Rückkehr zum Evangelium, Wiederentdeckung des ursprünglichen Charismas und Treue zum Lehramt der Kirche mit der Übernahme der eigenen Verantwortung im Bereich von Apostolat und Mission. Das sind einige der Hinweise, die das Zweite Vatikanische Konzil den Ordensleuten ans Herz legte und die die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens in diesen Tagen erneut vorlegt. Sie tut dies im Rahmen des »Studiums«, das stark umgestaltet und auf den neuesten Stand gebracht wurde. Fünfzig Jahre nach Konzilsbeginn wird mit der Einrichtung eines Kurses über das kirchliche Lehramt das Ausbildungsangebot erweitert. Was zu Beginn »praktische Schule« des Dikasteriums genannt wurde, hat sich jetzt zum »Studium« entwickelt: eine interdisziplinäre, nach Benedikt XVI. benannte Bildungseinrichtung zum Studium des kirchlichen Lehramts und des Kirchenrechts in bezug auf das geweihte Leben in der Kirche. Einzelheiten erläutert Schwester Nicla Spezzati in einem Interview mit der italienischen Tagesausgabe des »L’Osservatore Romano«. Schwester Nicla leitet zusammen mit dem zweiten Untersekretär des Dikasteriums, P. Sebastiano Paciolla, das »Studium«.

Auf die Frage nach den wichtigsten Neuerungen im »Studium« antwortet Schwester Nicla, daß diese interdisziplinäre Bildungseinrichtung vor allem die feste Absicht des Dikasteriums zum Ausdruck bringe, das geweihte Leben in den zeitgenössischen Kulturen zu begleiten. So solle es dazu geführt werden, in Treue zum Evangelium und zur Kirche im Glauben zu reifen, damit es die eigene Berufung und Mission in unserer Zeit auf angemessene Weise überzeugend und wirksam leben könne. Sie fährt fort: »Die Neuerungen des Studiums beziehen sich vor allem auf eine strukturiertere Rezeption der ›Geschichte der Auswirkungen‹ des Zweiten Vatikanischen Konzils auf das geweihte Leben. Dabei ist vor allem die interdisziplinäre Methode zu unterstreichen, die Forschung und Praxis wirksam verbinden will. So soll die ›Traditio‹ der Kirche mit ihrem großen Reichtum an Erfahrung gelebter Heiligkeit in Bezug gesetzt werden zum mächtigen, manchmal ungestümen Strom der zeitgenössischen Kultur, auch durch spezielle Ausbildungskurse zur Einführung in die im Leben verwirklichte Ekklesiologie der Gemeinschaft. Denn diese Ekklesiologie ist der Schlüssel und das Grundparadigma für eine erneuerte Sichtweise des geweihten Lebens und seiner Sendung.« Dies sei nicht nur ein Thema unter anderen, sondern bilde gewissermaßen »die Perspektive, die unser Dikasterium in organischer Weise aufzeigen will«, erläutert Schwester Nicla.

Nicola Gori

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)