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1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b; Eph 5, 8-14; Joh 9, 1-41

1.  Wer hat Schuld? Der blindgeborene Mann, der um Almosen bettelte, hat sicherlich auf die Vorübergehenden keinen großen Eindruck gemacht. Viele haben vielleicht aus Mitleid etwas Kleingeld in die Büchse geworfen, und dachten dabei, dass er wahrscheinlich einmal ein Sünder gewesen sei. Auch die Jünger dachten ähnlich, obwohl sie doch die vielen Gleichnisse Jesu über die Barmherzigkeit gehört hatten. Um nicht ein zu strenges Urteil zu treffen, schlagen sie eine andere Möglichkeit vor: Vielleicht sind ja die Eltern schuld am Schicksal dieses Mannes. Von den Jüngern wird ja oft gesagt, dass sie immer wieder etwas langsam seien, aber das lenkt nur davon ab, wo die Kritik eigentlich hingehen sollte: zu uns selbst. Wie oft fragen wir uns, ob Gott uns wirklich liebt, wenn schlimme Dinge passieren; wir ballen die Fäuste und murren: „Es ist ihm egal, wie es mir geht.“ Jesu Antwort auf diesen Mangel an Glauben ist streng, aber auch tröstlich: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.“

2. Der Glaube kann durch Widerstand wachsen. Göttliche Strafe war also nicht der Grund für seine Blindheit. Sie sollte Gottes Wirken offenbaren. Wie würde das geschehen? Wenn es nur um die Heilung der Blindheit ginge, hätte die Begebenheit am Teich von Schiloach geendet, als er wieder sehen konnte. Jedoch erzählt der Evangelist weiter, was als nächstes passiert. Das bescheidene Leben des blinden Bettlers wurde mit einem Mal kompliziert. Statt Freude bei Freunden und seiner Familie über das erlangte Wunder anzutreffen, trifft er auf Konfrontation. Die Feindseligkeit ist groß; man kann sie bei den Pharisäern spüren. Trotz all dem bleibt der Mann standhaft in seinem Glauben an Jesus. In der Tat, mit jedem Angriff auf seine Glaubwürdigkeit, ja selbst als sich seine Eltern von ihm distanzieren, wächst die Beziehung des Mannes zu Jesus immer mehr. Das ist daran zu erkennen, wie er von Jesus spricht: „Der Mann Jesus“ … „Er ist ein Prophet“ … „Ich glaube, Herr.“ Seine Achtung steigt von „Mann“ über „Prophet“ bis zu „Herr“: Hier kommt das Wirken Gottes in diesem unscheinbaren Apostel zum Ausdruck! Nehmen wir nun die Situationen in unserem Leben, die unseren Glauben auf die Probe stellen. Könnten wir nicht wie dieser Mann sozusagen den Spieß umdrehen und in diesen Situationen Gelegenheiten erkennen, die unseren Glauben stärken können? Könnten wir nicht wie er dadurch bessere Zeugen für Jesus werden?

3. Er betete ihn an. Der Glaube wächst nicht nur durch Widerstand, er kann sogar einen riesigen Sprung nach vorne machen. Im Neuen Testament finden wir vor der Auferstehung nirgends eine Stelle, wo Jesus „angebetet“ wird. Der Mann, der einst blind war, wird wunderbar von Gott erleuchtet: Jesus ist Herr, Jesus ist Gott! Diese Gnade ist so groß, so wunderbar, dass es kein Zurückschauen mehr gibt. Der Mann wird aus der Synagoge ausgestoßen, was in der damaligen jüdischen Kultur einem Todesurteil gleichkam; vom Volk abgeschnitten, war er nun ein Niemand. Aber da ist kein Bedauern. Das Erfassen der geistigen Wahrheit, die erstaunliche Erkenntnis, wer Jesus ist, zahlt jedes erdenkliche Opfer mehr als zurück.

Von Steven Reilly

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)