Besucher Zähler

16705765
Seit 2011
16705765

Mk 6, 1-6

1. Staunen öffnet eine Tür. Es kann einem das Herz zerreißen, wenn man betrachtet, wie eng beieinander die Entscheidung für oder gegen den Glauben manchmal liegt. Die Menschen aus Jesu Heimatort kannten ihn, viele von ihnen wohl von Kindheit an. Er war eine Zeit fort gewesen, nun ist er wieder unter ihnen und ein ganz neuer Wesenszug wird an ihm offenbar. Die Menschen staunen! Welche Weisheit ist ihm gegeben, welche Wunder geschehen durch ihn? „Gegeben“ und „geschehen durch“ sind Worte, die irgendwie ausdrücken, dass sie von diesem Zimmermannssohn keine solche Weisheit und keine Wunder erwartet hätten. So weit, so gut! Denn hätten diese Menschen ihr Staunen zugelassen, sich von ihm führen lassen, so hätten sie in Jesus Aspekte entdecken können, die ihm von seiner Gottheit zuflossen, gegeben waren, und die sich ihnen durch den Menschen Jesus, den sie schon ganz zu kennen meinten, kundtaten. Sie hätten Zugang zur ewige Wahrheit gefunden, die ihnen zugedacht war zu ihrem Heil. Jesus wollte ihnen die Frohe Botschaft bringen, er kam mit weit offenem Herzen zu ihnen. Ihr Staunen über die neuen Aspekte an seiner Persönlichkeit hätte ihnen eine Tür zu dem von ihm angebotenen Heil öffnen können.

2. Fertige Urteile verschließen die Tür. Doch um die Wahrheit schlechthin in Jesus zu entdecken, hätten sie ihr eigenes Wissen, ihre eigenen Rechtfertigungen und Urteile revidieren müssen. Intuitiv müssen diese Menschen gespürt haben, das ihnen hier in Jesus „etwas“ entgegentrat, was ihr ganzes Leben auf den Kopf zu stellen drohte. Dazu Ja zu sagen, hätte viel Demut erfordert. Doch sie wollen die Tür, die sich ihnen durch ihr Staunen öffnete, nicht durchschreiten. Man kennt schon, man weiß schon, man urteilt: Was wir hören und sehen, kann nicht sein, denn wir wissen ja schon, wer dieser Jesus ist! „Und sie nahmen Anstoß und lehnten ihn ab.“ Die Tür, die gerade durch ihr Staunen geöffnet worden war, fällt zu, ja wird geradezu zugestoßen. Der Einbruch des Heils in ihr Dasein, der sich ereignen sollte, zerschlägt an den steinernen Mauern ihrer fertigen Urteile, ihrer eigenen Sicherheiten. Welche Tragik, welcher Schmerz – der Moment der Gnade zieht vorüber.

3. „Ich fürchte Jesus, der vorüberzieht und nicht mehr zurückkehrt“ (hl. Augustinus). Wer Jesus ernsthaft nachfolgt, kennt die Erfahrung der Ablehnung, auch vonseiten nahestehender Menschen: „Nun bleib mal vernünftig, musst nicht gleich übertreiben, meinst wohl, was Besseres zu sein.“ Es war für Jesus ein großer Schmerz, sich mit eng verbundenen Menschen über das Kostbarste nicht austauschen zu können Doch er hat diesen Schmerz ausgekostet, und darin bin ich mit ihm dann vereint! Sollen wir es wagen, Jesu Schmerz noch tiefer zu ergründen? Papst Franziskus hat ihn am 17. November in seiner Predigt in Santa Martha so begründet: „Das ist es, was dem Herzen Jesu Christi Schmerz zufügt, diese Geschichte der Untreue, diese Geschichte, die Liebkosungen Gottes nicht erkannt zu haben, die Liebe Gottes, eines verliebten Gottes, der dich sucht, der danach trachtet, dass auch du glücklich bist.“ Lehne nicht auch ich oft die Weise ab, in der sich Jesus mir zeigen will? Wenn er in einem Menschen zu mir kommt, der mir unsympathisch ist, oder in der Veränderung von lieb gewonnenen Lebensumständen, die mir Sicherheit gaben?

Von Angelika Knauf

 

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)