Besucher Zähler

17446210
Seit 2011
17446210

März/April 2020 (Teil 1.)

Liebe Schwestern

Liebe Leserinnen und Leser unserer monatlichen Ausgabe des GenEx

Der Friede des auferstandenen Christus sei mit Ihnen!

Wir möchten Sie darüber informieren, dass unsere GenEx-Nachrichten vom März, April und Mai nicht nur wichtige Informationen aus unseren verschiedenen Provinzen enthalten werden, sondern dass es unser Wunsch ist, in dieser schwierigen Zeit von COVID-19 auch Lebenserfahrungen und Geschichten unserer Gemeinschaften auf der ganzen Welt zu teilen. Deshalb finden Sie hier einige Nachrichten sowie Artikel und Briefe von den Schwestern und Gemeinschaften. Diese Artikel werden zu verschiedenen Zeiten auf unserer Website veröffentlicht, damit unsere Leserinnen und Leser sie sehen können.

Verbunden mit Ihnen in der Liebe Jesu Christi,

Sr. Izabela Świerad SAC
Generaloberin

 

***   ***   ***

Rom

▪ Die unmittelbarste Reaktion von Papst Franziskus auf die COVID-19-Pandemie war sehr eindrucksvoll. Er programmierte schnell den Urbi et Orbi "An die Stadt und die Welt", die Ansprache und den Segen - was normalerweise nur am Weihnachtstag, am Ostersonntag und nach der Wahl eines neuen Papstes stattfindet.  Papst Franziskus stand auf einem verlassenen Petersplatz, bei Regen, und richtete seine Ansprache über die modernen Kommunikationsmittel an die Welt. Er betete  an diesem kritischen Punkt für die Welt, in Gegenwart von zwei Bildern, die das Volk von Rom seit Jahrhunderten begleiten: der antiken Ikone Maria Salus Populi Romani - normalerweise in der Basilika St. Maria Maggiore untergebracht - und des Wundertätigen Kreuzes, das in der Kirche San Marcello Via del Corso aufbewahrt wird. Vor allem aber setzte der Papst den eucharistischen   zur Anbetung aus und erteilte seinen Apostolischen Segen, bei dem allen die Gelegenheit zu einem vollkommenen Ablass gegeben wurde. Wie Papst Franziskus sagte, ist das Coronavirus sicherlich "eine Prüfung für unsere ganze Menschheitsfamilie". Erinnern wir uns einmal mehr an die Worte des heiligen Vinzenz Pallotti, dass Gott in allem gegenwärtig ist. Mehr dazu - siehe auch Website.

▪ In dieser Zeit der Krise mussten sich die Schwestern im Generalat auf eine neue Lebensweise einstellen. Unser Leben ist nicht mehr dasselbe in dem Sinne, dass wir es gewohnt waren, die Kirchen geöffnet zu sehen, wodurch sich viele Möglichkeiten für liturgische Feiern, Messen, Beichte und Gebet boten. Jetzt sind alle Kirchen geschlossen, auch wir sind eingeschlossen und können nur über das Fernsehen oder das Internet teilnehmen. Wie alle nehmen auch wir diese Situation mit Glauben und Gottvertrauen an. Wir halten uns über die Situation weltweit auf dem Laufenden und schließen  so alle in unsere Gebete ein. Wir versuchten auch, unsere Nachbarn, die in den geschlossenen Wohnungen leben, aufzumuntern, ihre Stimmung zu heben, indem wir von unserer Terrasse aus Lieder sangen. Die Geste kam gut an, da die meisten Leute auf ihre Balkone herauskamen und mit uns sangen und klatschten.  Von unseren Balkonen aus können wir sehen, wie Nachbarn, die sich nicht kannten, jetzt versuchen, Freundschaften zu entwickeln. Oft werden wir von den Familien gegrüßt und gebeten, uns in Gebeten an sie zu erinnern. Daher können wir sagen, dass diese Krise die Gemeinschaften und die ganze Menschheit mit Gott und untereinander verbindet. Das Virus macht keinen Unterschied zwischen Hautfarbe, Rasse und Kultur, Arm und Reich. Schließlich sind wir alle gleich und wir sind alle zusammen. Wir lernen, das Leben mit Heiligkeit, Respekt und der Ehre zu behandeln, die es verdient, nicht nur unser Leben und das Leben derer, die wir lieben, sondern das ganze menschliche Leben. In der Hoffnung auf Gott, der uns liebt, glauben wir, dass er Vergebung, Einheit, Freundlichkeit und Mitgefühl in unser Leben bringen wird. Die Verwandlung wird nur geschehen, wenn wir uns ganz seinem Willen unterwerfen und ihm eine Chance geben, unsere Herzen zu erneuern. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir nach dieser Krise nicht mehr dieselben sein werden, sondern dass wir neugeborene Menschen sein werden.

▪ Die Procura Generale, unser Gästehaus ist gemäß den Regierungsbestimmungen geschlossen, und die Gemeinschaft der Schwestern lebt nun im Haus ohne Gäste und Personal. Aus Angst und Unsicherheit in dieser Zeit haben viele unserer Gäste ihre Buchungen storniert. Dennoch behalten wir den Mut, sind mit vielen in Kontakt, tauschen gute Worte und unseren Glauben miteinander aus, beten und sind solidarisch. Wir hoffen, dass unser Gästehaus zu seinem Rhythmus zurückfindet und weitermachen kann. Wir erhalten viele Nachrichten und Notizen per E-Mail von unseren Gästen, die ihre Nähe und die Erfahrung ihres Glaubens zum Ausdruck bringen. Diese Zeit der Schließung motiviert uns, kreativ und aktiv zu leben, verschiedene Arbeiten aufzuteilen und unsere Bedürfnisse und die Bedürfnisse derer, die uns nahe stehen, anzunehmen.

Sr. Hanna Kiedrowska leistet weiterhin mit Liebe, unermüdlich und freudig ihren freiwilligen Dienst für die Obdachlosen in der Nähe des Vatikans, in Zusammenarbeit mit Kardinal Konrad Krajewski, dem päpstlichen Elemosiniere. Wenn wir sie fragen, wie sie sich dabei fühlt, sagt sie: "In dieser Zeit der schmerzlichen Prüfung, in der wir leben, danke ich dem Herrn für jeden Tag mit guter Gesundheit, denn ich kann den Armen im Namen der Gemeinschaft zur Seite stehen. Ich preise Gott für den Mut, den er in mein Herz legt, damit ich mich der Herausforderung des Virus und dem Schrei der Armen stellen kann. Mit dieser Erfahrung erlebe ich intensiver, auf eine mehr sichtbare und berührende Weise Gottes Gegenwart in mir und die Kraft seiner Vorsehung. Ich fühle mich durch das Gebet, die Ermutigung und das Engagement meiner Gemeinschaft sehr unterstützt".  Sr. Hanna macht sich jeden Dienstag und Donnerstag mit Kardinal Krajewski und einer kleinen Gruppe von Freiwilligen auf den Weg, um am größten Bahnhof Roms Lebensmittel, Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel an die Armen und Obdachlosen zu verteilen. Jeden Dienstag hilft sie in den Duschen des Vatikans für die Armen.

Inmitten dieses seltsamen Szenarios denken wir über Gott nach, der immer ein "Gott der Überraschungen" war, aber jetzt nennen wir ihn "Gott der Schocks". Obwohl wir Angst um die Zukunft haben und manchmal Trauer empfinden, haben wir doch auch Grund, Gott jeden Tag für das Geschenk des Lebens zu danken, besonders wenn wir an die Tausenden von Menschen denken, von denen berichtet wurde, dass sie gelitten haben und gestorben sind. Wir versuchen, unser geistliches Leben mehr miteinander zu teilen, was unseren Glauben und unsere Einheit stärkt, und auch viel ärmer, bewusster und sparsamer zu leben, um unser Armutsgelübde tiefer zu erfahren.

Deutschland

▪ Am 3. März wählte die Deutsche Bischofskonferenz den Limburger Bischof Georg Bätzing zum neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Er ist in dieser Aufgabe Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx.

Am 13./14. März traf sich zum ersten Mal die Subkommission zur Kommission „Brücke der Einheit“, zu der neben Sr. Adelheid Scheloske auch Provinzoberin Sr. Astrid Meinert, Sr. Rosemarie Steinbach aus England und Sr. Maria Dörig aus der Schweiz gehören. Es gab einen guten Austausch zu den anstehenden Themen, die nun in den Kommunitäten in Deutschland, England und der Schweiz besprochen werden sollen.

In dieser Woche fand auch der Einzug der Schwestern ins neue Haus Camaldoli statt. Doch es ist nicht die Zeit, um nach Monaten des Räumens und Umziehens anzukommen. Während einzelne Bauarbeiten noch abgeschlossen wurden, zeigte die Corona-Krise in Deutschland immer stärkere Auswirkungen. Am 15. März konnten wir vorläufig zum letzten Mal die hl. Messe im Haus Felizitas feiern. Danach sollten in ganz Deutschland keine öffentlichen Gottesdienste mehr stattfinden. Einige Schwestern aus Haus Felizitas und die Schwestern aus Haus Camaldoli treffen sich nun zu getrennten Gebetszeiten im Haus Felizitas und in der Provinzhauskapelle, wobei auch die Kommunion ausgeteilt wird.

In Deutschland machen sich die Schwestern große Sorgen, denn fast alle Schwestern gehören zur sogenannten Risikogruppe. In allen Kommunitäten halten wir uns an die strikten Vorgaben, um sowohl uns selbst als auch unsere Angestellten so gut wie möglich zu schützen. Wir sind sehr dankbar für den Einsatz aller derer, die in den Altenheimen unserer St. Vinzenz Pallotti Stiftung ihren Dienst verrichten und für all unsere Bewohnerinnen und Bewohner und für unsere pflegebedürftigen Schwestern sorgen.

Unser Osterfest war anders, aber wir haben uns geistlich auf die Situation eingelassen. Einzeln, aber im Gebet vereint. Jede Schwester hat für sich ausgewählt, welche Gottesdienste sie im TV verfolgen wollte und so waren wir in vielen Kathedralen Deutschlands und natürlich auch in Rom dabei. Die Botschaft der Frauen, die sie den Jüngern brachten galt damals und gilt heute stärker als je zuvor: ER ist wahrhaft auferstanden! Dies ist unser Anker in diesen Tagen.

Wie die Jünger von Emmaus, so wissen auch wir uns begleitet und wir beten: Herr bleibe bei uns.

WIR GEDENKEN UNSERER VERSTORBENEN SCHWESTERN

SR. BEATRIX KÖHLER SAC  * 19.11.1928  † 30.03.2020  DEUTSCHLAND

Fortsetzung folgt…

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)