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Die Epiphanie-Oktav als

  Startrampe für die Evangelisierung

Der heilige Vinzenz Pallotti behauptete, dass die Epiphanie-Oktav „eines der strahlendesten Geheimnisse unseres Glaubens“ darstellt (OOCC I, S. 247). Er war überzeugt, dass eine solche Feier ein Wiedererwachen des christlichen Volkes für den Glauben bedeutete. Er gab sich nicht mit einer einfachen Feier zufrieden, sondern lud alle ein, dieses besondere Ereignis vorzubereiten, in dem jede und jeder den eigenen Beitrag leistete gemäß den je eigenen Möglichkeiten (OOCC III, S. 337-338). Außerdem drängte er Menschen, die Oktav überall zu verbreiten und sie nicht auf bestimmte Orte zu begrenzen: „Und wir müssen sie nicht nur in der Kirche feiern, in der die Prokure der frommen Vereinigung  errichtet ist, sondern, wenn möglich, in allen Gemeinschaften welcher Art auch immer“ (OOCC III, S. 339). So wie die Heiden eingeladen waren, in den Personen der Weisen den König der Juden, den Erlöser des Menschengeschlechts, anzubeten und ihm Gaben darzubringen, so müssen sich alle wachrufen, indem sie eine heilige „Erneuerung“ des Geistes machen, um Jesus Christus aufmerksam und beständig zu suchen, so dass er von allen erkannt, geliebt und angebetet werde und in seiner unendlichen Liebe vom ganzen Menschengeschlecht erwidert werde (OOCC III, S. 446-447).

Bitten wir den Heiligen Geist, unseren Glauben neu zu beleben und unsere Liebe neu zu entzünden, damit wir tiefer die apostolische Intuition Pallottis verstehen und in der geschichtlichen Wirklichkeit unserer Tage kreativer darauf antworten.

Komm Heiliger Geist! Nimm den Schleier von unseren Augen, damit wir erkennen, dass Jesus der Herr ist: Gott, aus Liebe menschgeworden, Pilger der Liebe in unseren Straßen, gekreuzigt und auferstanden aus Liebe, aus Liebe zu uns. Heiliger Geist, komm! Gib uns Durst nach dem Wort Gottes, das unsere Herzen für das Licht öffnet und sie demütig und bereit zu hören macht, und beständig in der Suche nach der Wahrheit, die in jeder Seite der Heiligen Schrift verborgen ist. Heiliger Geist, komm! Zwing uns vor der Eucharistie auf die Knie, um anzubeten und nach dem Brot zu verlangen, das lebendige Liebe geworden ist, damit auch wir lebendige Liebe werden. Heiliger Geist, komm! Mach uns fähig die Sünde zu beweinen, die Vergebung froh anzunehmen, uns in die Arme Mariens zu begeben, um ihr ‚Ja‘ und ihr Magnifikat zu lernen. Komm, Heiliger Geist, und sende uns aus auf die Wege der Welt.

Die Epiphanie-Oktav heute, bevorzugtes Zeugnis der apostolischen Identität, die uns der hl. Vinzenz Pallotti hinterlassen hat

Vinzenz Pallotti las die Seiten der Geschichte seiner Zeit, erkannte so die dringendsten Nöte und begann sofort mit der Arbeit! Er kannte die Umstände des Bösen, die die Gesellschaft seiner Zeit überfluteten, und er nutzte seine ganze Kreativität, in seinen Tagen einen Ort des Lichtes und der Güte zu schaffen.

Die Epiphanie-Oktav war eine der vielen apostolischen Strategien, welche zu jener Zeit in das Herz Roms gelangten und die bis heute eine Gegebenheit intensiver Evangelisierung darstellen. Als Mitglieder der Vereinigung möchten wir unsere Erfahrung der Epiphanie-Oktav teilen, die wir in unserer Stadt Riposto (Sizilien) erleben. Als wir anfangs mit der pallottinischen Familie vertraut wurden, verstanden wir nicht die tiefe Bedeutung der vom heiligen Vinzenz so sehr ersehnten Epiphanie-Oktav. Heute, einige Jahre nachdem wir unseren Akt Apostolischer Verpflichtung abgelegt haben, erkennen wir, dass dies der Moment ist, in dem sich die apostolische Identität, die der heilige Vinzenz wollte, in ihrer ganzen Fülle zeigt. Es ist der Moment, in dem wir – vielleicht mehr als in irgendeinem, anderen – gerufen sind, neu entzündet zu werden und neu zu entzünden und das Bild und Gleichnis, nach dem wir geschaffen sind, neu in Besitz zu nehmen, um so allen zu helfen, die mit uns im Alltag unterwegs sind, ihren eigenen Glauben bewusster zu verstehen. Jedes Jahr beginnt die Feier der Oktav am 5. Januar, und sie endet am 13. Über die verschiedenen Feiern hinaus sind die Tage gefüllt mit Formationstreffen mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Der Kurs, auf dem wir geleitet werden, ist klar die Ermahnung des hl. Vinzenz: „Glauben neu zu beleben und Liebe neu zu entzünden“. Deshalb ist ein grundlegender Bestandteil der Oktav Evangelisierung, denn sie wird vom Verlangen belebt, die Botschaft der Erlösung und die „gute Nachricht“ der verrückten Liebe Gottes allen Geschöpfen zu überbringen. Deswegen gehen wir in verschiedene Schulen in Riposto, um unser Zeugnis abzulegen, einige Filme anzubieten, die zum Nachdenken anregen oder einfach mit den Kindern unsere Lebens- und Glaubenserfahrung zu teilen. Wir versuchen immer,  den Gleichaltrigen die Idee rüberzubringen, dass Glaube nicht bloß etwas für die Älteren ist, wie uns oft glauben gemacht wurde, sondern dass er im Gegenteil mit der Freude und dem Enthusiasmus gelebt werden kann und muss, die für unsere Altersgruppe typisch sind. Wir gehen während der Tage der Oktav auch in Altenheime, wo verlassene alte Menschen oft nur die Einsamkeit als Lebensgefährten haben; andere Tage sind dem Besuch der Kranken gewidmet, damit jeder und jede von ihnen – vielleicht bloß in der Einfachheit einer Plauderei – spüren mag, dass Gott an dem Leid, das sie erleben, teilnimmt. Wir richten außerdem mit Familien aus der Gegend Treffen zur Schriftbetrachtung ein (auch zu anderen Zeiten des Kirchenjahres wie Advent und Fastenzeit). Diese Treffen beziehen Freunde, Verwandte und Nachbarn dieser Familien ein. Hier ist das „Zönakulum“ zu atmen, das unserem Gründer so lieb war. Der Höhepunkt der Evangelisierung ist die Nachtzeit, die sich an junge Leute richtet: „Ein Licht in der Nacht“ (welche wir u.a. auch während der Sommerwerkwochen organisieren), in denen wir auf die Straßen hinausgehen und jungen Leuten einen alternativen Samstagabend vorschlagen, indem wir sie einladen, in die Kirche zu kommen, wo das Allerheiligste ausgesetzt ist, um vielleicht nur fünf Minuten ihrer Zeit einem Gespräch mit dem Herrn von Herz zu Herz zu widmen. Es ist immer berührend die Türen der Kirche bis spät offen zu sehen: es ist ein höchst symbolisches Bild. Auf diesen Plätzen, in diesen Straßen, wo oft der Tod haust oder Exzesse in der Illusion zu erleben sind, dass sie zu Glück führen, sind diese für die „Welt der Nacht“ offenen Türen fast wie die Arme des Vaters, die niemals müde werden, auf all seine Kinder zu warten. Der Schluss der Oktav wird vom Inter-Pfarrlichen der vielen Jugendgruppen bestimmt, die in den Pfarrgemeinden von Riposto wirken. Einige Jahre arbeiten wir nun zusammen, um unsere geistlichen und kreativen Energien zu vereinen (genau wie Pallotti es wünschte), aus jeder Form der Engstirnigkeit hinauszugehen und die Macht der Einheit zu erfahren. Dank dieses neuen Impulses kommen wir zusammen, um die Tage der Oktav mit einem starken Moment in der Eucharistiefeier abzuschließen, auf die eine „Aufführung“ folgt, die allen Teilnehmenden eine Botschaft des Lebens zum Mitnehmen auf den Weg gibt.

Aus OOCC IV, Seiten 137-140:

„Um sich also dem Katholischen Apostolat anzuschließen, muss man sich einsetzen für das erneute Aufblühen des Glaubens und der Liebe im eigenen Land und für deren Verbreitung in den entlegensten Gegenden der Nord- und Südhalbkugel, damit das kostbarste Blut unseres Herrn Jesus Christus und seine Erlösung überall fruchtbar werden und alle seinen heiligen Namen erkennen und anbeten können.

Mitglied des Katholischen Apostolates zu werden, veranlasst ja die göttliche Barmherzigkeit, unsere Herzen in reichstem Maß mit Segen und Gnade zu füllen, und es macht den Glauben zum Geschenk für alle nichtkatholischen Völker: diese – jeder geistlichen Hilfe beraubt, wie verlassene Kinder, bedürftig und hungrig – rufen, wer ihnen ein Stück vom Brot des Evangeliums gebe.

Es ist also erforderlich, dass man sich einsetze für die größere Ehre Gottes und für das ewige Glück des Nächsten sowie die Sicherung des eigenen ewigen Glücks. Ich bin tatsächlich überzeugt, dass alle in Christus eifrigen Katholiken, denen die Nächsten und die Ehre Gottes und Jesu Christi am Herzen liegen, mit Freude und Bereitwilligkeit auf unseren Aufruf antworten: er beschwört ihr Gespür für die Liebe und ihren Glauben und er lässt sie eilen, dem Katholischen Apostolat beizutreten, um diese Einrichtung mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern, zu verteidigen und zu verbreiten.“.

Fragen:

-   Sind wir bereit, aufzubrechen, wie Vinzenz es von uns wollte?

-   Sind wir uns bewusst, dass es an uns liegt, den ersten Schritt in die heutige Gesellschaft hinein zu tun?

-   Sind wir fähig angesichts der Mühe der Evangelisierung nicht aufzugeben?

Gebet:

Herr Jesus, in Augenblicken der Gebrechlichkeit einer Bruders oder einer Schwester, befreie uns von Haltungen der Selbstgenügsamkeit, von jeder Form des „Puritanismus“ und von der Angst, unsere Hände schmutzig zu machen wie Du es tatest. Gewähre, dass wir „Netze“ des Schutzes und der Solidarität sein können, indem wir uns an die Seite jedes Menschen stellen, als einfache Weggefährten. Sicher können wir nicht die unglücklichen Umstände und unterschiedlichen Schmerzen des Lebens lösen, doch wir können ein Stück des Weges gemeinsam gehen, in dem Bewusstsein, selbst mit Gebrechlichkeit belastet und deiner väterlichen Barmherzigkeit und Zärtlichkeit sehr bedürftig zu sein.

 

Die jungen und erwachsenen UAC-Mitglieder des LKR

„Königin der Apostel“ – Riposto (Sizilien)

 

"Apostel Heute", Januar 2014

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 Segretariato Generale, Unione dell’Apostolato Cattolico

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)