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Die Epiphanie-Oktav als

  Startrampe für die Evangelisierung

Der heilige Vinzenz Pallotti behauptete, dass die Epiphanie-Oktav „eines der strahlendesten Geheimnisse unseres Glaubens“ darstellt (OOCC I, S. 247). Er war überzeugt, dass eine solche Feier ein Wiedererwachen des christlichen Volkes für den Glauben bedeutete. Er gab sich nicht mit einer einfachen Feier zufrieden, sondern lud alle ein, dieses besondere Ereignis vorzubereiten, in dem jede und jeder den eigenen Beitrag leistete gemäß den je eigenen Möglichkeiten (OOCC III, S. 337-338). Außerdem drängte er Menschen, die Oktav überall zu verbreiten und sie nicht auf bestimmte Orte zu begrenzen: „Und wir müssen sie nicht nur in der Kirche feiern, in der die Prokure der frommen Vereinigung  errichtet ist, sondern, wenn möglich, in allen Gemeinschaften welcher Art auch immer“ (OOCC III, S. 339). So wie die Heiden eingeladen waren, in den Personen der Weisen den König der Juden, den Erlöser des Menschengeschlechts, anzubeten und ihm Gaben darzubringen, so müssen sich alle wachrufen, indem sie eine heilige „Erneuerung“ des Geistes machen, um Jesus Christus aufmerksam und beständig zu suchen, so dass er von allen erkannt, geliebt und angebetet werde und in seiner unendlichen Liebe vom ganzen Menschengeschlecht erwidert werde (OOCC III, S. 446-447).

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William Blake, The Agony in the Garden, circa 1799-1800

Die Kirche hat das Recht und die Pflicht, »mit lautem Schreien« den Gott des Erbarmens anzurufen. Dieses »laute Schreien« muß gerade die Kirche unserer Zeit kennzeichnen... ein Aufschrei, der das göttliche Erbarmen anfleht entsprechend den Notwendigkeiten des Menschen in der Welt von heute... Gott ist sich selbst, seinem Vater-sein und seiner Liebe treu. Wie die Propheten bestürmen wir diese Liebe, die mütterliche Züge trägt und wie eine Mutter jedem ihrer Kinder, jedem verirrten Schäflein nachgeht, selbst wenn es Millionen solcher Verirrungen gäbe, selbst wenn das Unrecht in der Welt überhandnähme gegenüber dem Recht, selbst wenn die Menschheit von heute für ihre Sünden eine neue »Sintflut« verdiente, so wie einst die Generation Noachs eine Sintflut verdient hat.

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