Besucher Zähler

16833543
Seit 2011
16833543

Apostel heute - Februar 2019

Heiligkeit: Ein Weg, den wir gemeinsam gehen

Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

Wer sind die Friedenstifter, von denen Jesus spricht? Jeder von uns kann sich vorstellen, wer moderne Friedenstifter sein könnten. Wir alle wissen wohl von jenen Soldaten, die gut aus­gerüstet sind mit Waffen, die schusssichere Westen und blaue Helme tragen. In der Tat kann man in vielen Ländern der Welt, in denen das Feuer bewaffneter Konflikte ausbricht, Soldaten finden, die den Auftrag haben, den Frieden wiederherzustellen.

Aber wer waren die Friedenstifter zu Jesu Zeit? Der Herr spricht in seiner Predigt sehr prägnant von ihrem Auftrag, weil ihre Aufgabe nicht leicht, aber sehr wichtig ist, nicht nur für die Menschen, sondern auch für das Reich Gottes; aus diesem Grund werden sie die Söhne und Töchter Gottes genannt werden. Auf der einen Seite ist sich Jesus des Kontextes des Römischen Reiches bewusst, das danach strebte, Konflikte auf ein Minimum zu reduzieren, und das stolz und nachdrücklich die sogenannte Pax Romana proklamierte. Nichtsdestoweniger muss man festhalten, dass der Friede garantiert wurde durch zahlreiche Legionen, die an den Grenzen des Reiches aufmarschierten. Deshalb konnte Jesus nicht die vielen militärischen Garnisonen ignoriert haben, die darauf bedacht waren, den Frieden im ruhelosen Judäa zu erhalten.

Es erhebt sich die Frage: Spricht Jesus von diesen Frieden­stiftern? Oder meint er eine andere Art Friedenstifter, eine andere Art des Friedens? Der Herr spricht seine Jünger mit den Worten an: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ (Joh 14,27)

Aus der Erfahrung der Kirche wissen wir, dass der Friede, den Christus gibt, „in der Reinheit des Herzens“ erfahrbar ist, von der in der vorhergehenden Seligpreisung die Rede war. Jeder Frieden, der nicht aus der Vergebung hervorgeht und der nicht zur Liebe hinführt, ist unecht wie der, den wir unter dem Namen Pax Romana kennen, oder welchen Namen auch immer wir ihm zu geben versuchen. Wahrer Frieden wurzelt tief im mensch­lichen Herzen. Frieden kann gelernt werden. Wahrer Frieden ist eine Gabe Gottes, weil nur er die Quelle der Liebe wie auch der Vergebung ist. Jeder Mensch bedarf dieser Art von Frieden, und ganz besonders jene, die in Konfliktzonen leben, wo Hass, Mangel an Vergebung und Feindseligkeit wachsen. Damit Frieden in den Menschen herrschen kann, muss der Herr, der die Liebe ist, in ihren Herzen wohnen. Und damit der Herr in unseren Herzen wohnen kann, ist es nötig, dass wir aus uns selbst herausgehen, um ihm zu begegnen. Darum ist der Auftrag, in Konfliktzonen die Frohe Botschaft zu verkünden, so extrem wichtig. Deshalb sind die Friedenstifter, über die Jesus spricht, jene, die die Frohe Botschaft bringen, diejenigen, die durch ihr eigenes Leben zeigen, wie man leben soll.

Ein gutes Beispiel für eine Friedensmission ist das des Ehepaares Herr und Frau Zavadsky, die in die westliche Ukraine gingen, wo der militärische Konflikt mit andauerndem täglichen Blut­vergießen fortbesteht. Tief betroffen und mit großem Schmerz im Herzen wegen des Krieges in ihrem eigenen Land, und als tiefgläubige Menschen, gingen sie in eine Konfliktzone, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Die Anfänge ihrer Mission waren extrem schwierig, da sie weder von den Einheimischen noch von den Soldaten akzeptiert wurden. Sie lebten im Keller eines verlassenen Hauses, beteten jeden Tag und gingen von Haus zu Haus, um den Menschen in kleinen Angelegenheiten zu helfen; dabei baten sie um die Erlaubnis, mit ihnen für ihre Probleme zu beten. Im Laufe der Zeit kamen andere Freiwillige hinzu: Priester, Ordensfrauen und Laien, die sie unterstützten in ihrem Bemühen, den Bedürftigen zu helfen, humanitäre Hilfe zu leisten und das Wort Gottes zu verkünden. Tag für Tag fand diese Initiative immer mehr Nachahmer. Heute koordiniert das Paar die Arbeit vieler Freiwilliger. Ihr Hauptauftrag bleibt die Verkündigung des Wortes Gottes. Die Mission, die sie initiiert haben, hat Christus in die Herzen von -zig oder sogar hunderten von Menschen gebracht dank des Friedens, der in den Herzen der beiden war, die Hoffnung brachten und die andere ermutigt haben, dasselbe zu tun. Die Einwohner dieser Region, genau wie die jungen Soldaten, sind ein lebendiges Zeugnis dafür, wie das Leben jedes Einzelnen sich ändern kann in dem Moment, wenn er oder sie die Frohe Botschaft hört und versteht, wie wichtig Verbgebung ist. Was diese Menschen für das Wichtigste hielten, war, wie sie selbst sagen, die Erfahrung des Friedens in ihren Herzen dank dem Wort des Herrn, das die Freiwilligen verkündeten in ihren täglichen Lesungen mit den Familien. Allmählich gingen die Menschen auch zur Messe und empfingen das fleischgewordene Wort in ihrem Herzen. „Der Herr gab mir Hoffnung und lehrte mich zu vergeben und zu lieben; und das brachte Frieden in mein Herz. Jetzt bin ich ruhiger und glücklicher. Ich versuche, die zu lieben, die das Blutvergießen in meinem Land verursacht haben. Heute verstehe ich: sie sind bisher Christus noch nicht begegnet, genau wie ich vor einigen Jahren“, sagt Mrs Lyudmila, die sich kürzlich dem Bußsakrament öffnete. Die Friedenstifter Christi setzen sich ständig den Gefah­ren verirrter Geschosse aus oder sogar solcher, die gezielt auf sie abgegeben werden, abgefeuert in Hass und Feindschaft. Aber trotz dieser Schwierigkeiten erfüllen diese Friedenstifter ihre Mission Schritt für Schritt und bringen wahren Frieden in die Herzen der Menschen.

Friedensstifter sind diejenigen, die Christus bringen, diejenigen, die für Ihn leben.

Fragen für die persönliche wie für die gemeinschaftliche Reflexion:

  1. Bist Du im Frieden mit Dir, mit Gott und mit den anderen? Wo ist Dein Herz heilungsbedürftig, wo bedarf es der Befreiung von Bitterkeit, von Widerspenstigkeit, vom Mangel an Vergebung, von Hartherzigkeit gegenüber anderen?
  2. Gelingt es Dir, denen zu vergeben oder zumindest für die zu beten, die Dir oder denen, die Du liebst, Unrecht getan haben? Wie kann eine gute Balance gefunden werden zwischen einer echten Leidenschaft für Gerechtigkeit und Vergebung, um dem wirklichen Frieden zu dienen, besonders wenn es Menschen gibt, die das Böse, das sie weiterhin tun, nicht erkennen oder zugeben?

Aus den Schriften des hl. Vinzenz Pallotti:

„Jetzt sag mir, oh Kind, wirst du den Mut haben, die unendlichen Schätze des Göttlichen zu verlieren, indem du deinem Nächsten keinen Frieden schenkst, indem du die ersten Gedanken von Groll oder Rache nicht unterdrückst, indem du der rebellischen Leidenschaft von Wut nicht mit Ungestüm entgegentrittst? Lerne friedvoll zu sein von deinem Bruder (Jesus): er ist dein göttliches Vorbild des Friedens, er verkündet und schenkt Frieden allen, und anstatt die verdienten Pfeile der Rache gegen seine Feinde zu schwingen, flehte er selbst in seinen Todesqualen um Frieden und Vergebung. Erinnere dich …., dass du in Jesus nicht nur das göttliche Vorbild hast, das dich anspornt, friedvoll zu sein, sondern dass du in ihm auch die Gnade und die notwendige Kraft findest, um ihn vollkommen nachzuahmen.“ (OOCC XIII, 590)

 

P. Jurij Sicinsky SAC

Ukraine

____________________________________________________

Segretariato Generale, Unione dell’Apostolato Cattolico

Piazza San Vincenzo Pallotti 204, 00187 Roma, Italia       Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)