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Zwei Tage vor Weihnachten stieß ich unter den Karten auf meinem Schreibtisch zufällig auf diesen Auszug aus einem Gedicht von Alda Merini[1]:

„… Und wie man dein Gesicht kennen lernt,

ich werde es dir erklären:

es reicht, etwas zu sehen,

das deine Spuren hat.

Und wir sind deiner Spuren voll,

als ob du durch jedes Haus gegangen wärest,

um unsichtbare Zeichen zu hinterlassen“.

Ich möchte diesen kurzen Text mit euch teilen, weil er uns die ganze Weihnachtsbotschaft noch einmal mit einem Wort vorlegt, einschließlich dessen, was diese vom Menschen behauptet und was sie von ihm verlangt.

Auch denke ich, dass er klar etwas über uns Leben sagt und darüber, was im Zentrum unseres Herzens ist.

Jesus, der „von den Völkern“ lange Erwartete, kam, und durch seine Geburt erkennt nun jeder Mensch sein Gesicht in jedem anderen Menschen, ohne Unterschied: insofern ihr das, was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, mir getan habt (Mt 25,40).

Ich erinnere mich, dass mich als junge Frau der Satz traf, den ich bei einem Weihnachtsspiel, das wir mit unserer Gemeinschaft für Freunde und Bekannte aufführten, zu wiederholen hatte: es ist jedes Mal Weihnachten, wenn du jemandem zulächelst.

Indem ich diesen Satz in die Tat umsetzte, erkannte ich, dass ich es nicht als selbstverständlich ansehen oder für einfach halten konnte, sondern Jesus jedes Mal bitten musste, vom Himmel herabzukommen, so dass ich Ihm mein Lächeln „leihen“ konnte.

Wie kann ich ihn bitten, wieder herabzukommen? Wie kann ich ihm mein Lächeln leihen?

Indem ich Liebe an die erste Stelle setze und zur Grundlage von allem mache.

Weil Liebe alles ist in jeder Berufung, Lebenslage und -situation. Der heilige Augustinus, ein Meister der Liebe, beteuert stark: „Mögen sich alle mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnen, mögen alle mit Amen antworten, mögen alle Halleluja singen, mögen alle getauft sein, mögen alle zur Kirche kommen und die Wände der Basiliken säumen – doch der Unterschied zwischen den Kindern Gottes und den Kindern des Teufels liegt einzig in der selbstlosen Liebe ... Wenn du dieses eine nicht hast, nützt es dir nichts; wenn du anderes nicht hast, so habe nur dies, und du hast das Gesetz erfüllt ...“[2]

Die hl. Therese von Lisieux bekräftigt ebenfalls: „Nächstenliebe ist alles auf Erden: wir lieben Gott in dem Maß, in dem wir diese in die Tat umsetzen“[3].

Da mir versichert wurde, dass ohne Liebe nichts getan werden kann, hatte ich gut verstanden: man kann ohne sie nicht arbeiten, studieren, schlafen, essen, spielen oder das Evangelium verkünden ..., nicht einmal beten oder an einer liturgischen Feier teilnehmen.

Das Evangelium ist sehr klar: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder oder deine Schwester etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder oder deiner Schwester, dann komm und opfere deine Gabe“ (vgl. Mt 5,23-24).

Inzwischen sind viele Jahre vergangen seit dieser sehr frühen Zeit meines Lebens ... doch noch jetzt und mit derselben Leidenschaft wie in jenen Tagen, kann ich nicht schlafen gehen, ohne Jesus gesagt zu haben: „heute habe ich dich in dieser Person und in jener und wieder in jener anderen geliebt“.

Ich muss die Wahrheit sagen: es gibt auch viele Zeiten, wo ich zu ihm sage: „Heute habe ich dich wenig, ja, fast gar nicht geliebt, in diesem meinem Nächsten oder dieser, oder auch in jenem“. Doch aufgrund der Spuren des hl. Vinzenz Pallotti, die mir eingeprägt sind – wie sie es jeder und jedem in der Vereinigung sind – bin ich glücklich, mein Nichts zu spüren, so dass das Alles, das Jesus ist, in mein Herz kommen und beginnen kann, jeden Menschen, der mir auf dem Weg begegnet, wahrhaft zu lieben: „Mein Gott, ich bin ohne Liebe: du bist wesenhafte Liebe ... Mein Jesus,  vernichte mein ganzes Leben. Gib mir deine Liebe, und lass mich leben und umgeformt werden in deine Liebe“(OOCC X, 674-5).

Als pallottinische Familie sind wir in unserer gemeinsamen Spiritualität durch ein sehr starkes Band gebunden, dem stärksten, das es gibt: „die Liebe, die so geübt wird, wie der Apostel sie beschreibt, macht das grundlegende Element der Gesellschaft aus. Wenn diese Liebe fehlen würde, wäre das katholische Apostolat nicht mehr in ihr“ (OOCC III, 137-138).

Von den Kleinsten bis zu den Größten wissen wir, dass es wert ist, so zu leben! Wir wissen, dass wir nicht für halbe Maßstäbe gemacht sind!

In sehr kurzer Zeit (24.-27. Januar 2018) werden wir die wichtigen Tage der V. Generalversammlung der Gesamtvereinigung leben. Jede und jeder von uns und wir alle zusammen werden gerufen sein, unsere Herzen Ihm zu öffnen, der weiß, wie sie zu füllen sind, um in Gemeinschaft und Mitverantwortung den Weg für die nächsten drei Jahre zu erkennen.

Erneuern und stärken wir von jetzt an, wenn möglich, noch mehr unter uns das grundlegende Element der Liebe, so dass wir gar als ein Leib das Wunder der Geburt Jesu für die Kirche und die Menschheit erneuern können.

                                                            Donatella Acerbi,

                                                            Italien

 

Gemeinschaftlich und in Dankbarkeit beten wir:

Gebet um Gottes Segen für die
V. Ordentliche Generalversammlung der Vereinigung -
24.-27. Januar 2018

Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist,

entzünde unsere Herzen mit deiner Liebe, mit der Liebe Christi.

Erneuere dein Wunder der Barmherzigkeit in uns allen.

Segne die Generalversammlung der Vereinigung.

Durch deinen Geist werde sie zu einer tiefen Erfahrung
der Gemeinschaft mit Dir und untereinander,

zu einer Erfahrung mitverantwortlicher Entscheidungsfindung,

von Leitung, die wirklich dem Evangelium entspricht,

im wirksamen Dienst für Dein Reich in Kirche und Welt.

Möge sie dauerhafte Frucht hervorbringen

für das konkrete Leben und die Sendung der Vereinigung
in unserer Zeit nach den Plänen Deines Herzens.

Das erbitten wir
durch die unendlichen Verdienste Jesu, unseres Herrn,

und durch die unermüdliche Fürbitte Mariens,
der Königin der Apostel, des hl. Vinzenz Pallotti

und der Seligen Elisabetta Sanna,
Josef Stanek und Josef Jankowski.

Ehre sei Dir, dessen in uns wirkende Macht
unendlich viel mehr tun kann
als wir erbitten oder uns vorstellen können (vgl. Eph 3,20).

Amen.

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[1] Alda Merini (1931-2009), Corpo d’Amore. Un incontro con Gesù, 2001 (Leib der Liebe. Eine Begegnung mit Jesus): „E come si fa a conoscere il tuo volto, te lo spiego io: basta vedere qualcosa che reca la tua impronta. E noi siamo pieni delle tue impronte, come se tu fossi passato in ogni casa a lasciare segni invisibili“.

[2] Vgl. Augustinus, Predigten zum ersten Johannesbrief, Predigt 5, Abschnitt 7 (zu 1 Joh 3,9-18).

[3] Die hl. Thérèse von Lisieux in der Aussage von Mutter Agnes von Jesus, Summarium, S. 275.

 

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)